Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Lass uns nicht in Versuchung geraten

Papst Franziskus hat  mit seiner Kritik an der auch in Deutschland gebräuchlichen Übersetzung der 6. Bitte im Vaterunser eine lebhafte theologische Deabtte angestoßen. Ein guter Vater führe seine Kinder nicht in Versuchung, das mache der Satan, nicht Gott. Viel Widerspruch ist nun zu lesen, nicht nur von den üblichen Verdächtigen, die jedes noch so kleine Ereignis geifernd nutzen, um gegen Papst Franziskus zu polemisieren. Auch viele Exegeten und Dogmatiker widersprechen dem Papst und sprechen sich für eine Beibehaltung der Übersetzung des griechischen Originals aus dem Matthäusevangelium aus.
 
Auf dem papstkritischen Nachrichtenportal kath.net überschlägt man sich seit Tagen mit Artikel gegen die päpstliche Kritik am "Führe uns nicht in Versuchung". Mehrfach positionierte man Texte von Joseph Ratzinger, um Franziskus zu widerlegen. Dessen Argumentation folgen auch die meisten anderen Theologen, so dass ich im Folgenden nur auf diese Darlegungen eingehen möchte.

Die Exegeten scheinen sich erst einmal einig zu sein, dass die gängige Übersetzung eine präzise Übersetzung des griechischen Originals ist. Man bemerkt zwar, dass Jesus kein Griechisch sprach, das griechische Original also schon Übersetzung und damit ein Stück weit auch Interpretation ist, doch hat man letztendlich keine zuverlässige Möglichkeit, das aramäische Original zu rekonstruieren, so dass der griechische Evangelientext in dieser Frage als einzige Quelle zu den Worten Jesu führt. So weit so gut.

Ratzinger verweist nun darauf, dass der Geist Gottes auch Jesus am Anfang seines öffentlichen Wirkens in die Wüste schickt, wo er vom Teufel in Versuchung geführt wird.

"Er muss, wie wir gesehen haben, diese Versuchungen durchleiden bis zum Tod am Kreuz und so den Weg der Rettung für uns öffnen. Er muss so nicht erst nach dem Tod, sondern mit ihm und in seinem ganzen Leben gleichsam „hinabsteigen in die Hölle“, in den Raum unserer Versuchungen und Niederlagen, um uns an die Hand zu nehmen und aufwärts zu tragen."

Nun kann man natürlich mit Franziskus einwenden, dass es trotz allem der Satan ist, der Jesus versucht und nicht Gott. Und dennoch, Gott lässt dies zu, Ratzinger betont, dass er dem Bösen ein Stück weit die Freiheit lässt, unter den Menschen zu wüten, sie in Versuchung zu führen. Die Theodizeefrage klingt hier an und die meisten Theologen wenden sich an dieser Stelle mit Ratzinger an das Buch Hiob, das sich diesem Problem auf beeindruckende Weise annähert.

"Der Blick auf das Buch Ijob, in dem sich in so vieler Hinsicht schon das Geheimnis Christi abzeichnet, kann uns zu weiteren Klärungen verhelfen. Satan verhöhnt den Menschen, um so Gott zu verhöhnen: Sein Geschöpf, das er nach seinem Bild geschaffen hat, ist eine erbärmliche Kreatur. Alles, was gut an ihm scheint, ist doch nur Fassade; in Wirklichkeit geht es dem Menschen – jedem – doch immer nur um das eigene Wohlbefinden. Das ist die Diagnose Satans, den die Apokalypse als den „Ankläger unserer Brüder“ bezeichnet, ,,der sie bei Tag und bei Nacht vor Gott verklagte“ (Offb 12,10). Die Verlästerung des Menschen und der Schöpfung ist im Letzten Verlästerung Gottes, Rechtfertigung für die Absage an ihn."

Wenn man Franziskus vorwirft mit einer zu einfachen Theologie das christliche Gottesbild weichzuspülen, darf man wohl auch hier mit Ratzingers Ausführungen ebenso kritisch umgehen. Der Satan ist im gesamten Buch Hiob ein Engel, kein Dämon, kein Teufel, nicht das Böse. Er ist Teil der himmlischen Heerscharen und geht bei Gott ein und aus, weshalb die Letztverantwortung für das satanische Wirken selbstredend bei Gott liegt. Nirgendwo im Buch Hiob ist von einer Absage des Satans an Gott oder einer Lästerung Gottes durch ihn die Rede.

"Satan will am gerechten Ijob seine These beweisen: Wenn ihm nur erst alles genommen werde, dann werde er schnell auch seine Frömmigkeit fallen lassen. So gibt Gott dem Satan die Freiheit zur Erprobung, freilich mit genau definierten Grenzen: Gott lässt den Menschen nicht fallen, aber prüfen. Hier scheint ganz leise, noch unausgesprochen, doch schon das Geheimnis der Stellvertretung auf, das in Jes 53 große Gestalt erhält: Die Leiden Ijobs dienen der Rechtfertigung des Menschen. Er stellt durch seinen im Leiden bewährten Glauben die Ehre des Menschen wieder her. So sind die Leiden Ijobs im Voraus Leiden in der Gemeinschaft mit Christus, der unser aller Ehre vor Gott wieder herstellt und uns den Weg zeigt, auch im tiefsten Dunkel den Glauben an Gott nicht zu verlieren."

An dieser Stelle werden Ratzingers Ausführungen noch problematischer. Hiob leidet stellvertretend für die Rechtfertigung des Menschen. Diese christliche Deutung hat aus meiner Sicht kaum Anhaltspunkte in diesem altestamentarischen Buch. Von einem "im Leiden bewährten Glauben" kann überhaupt keine Rede sein, denn Hiobs Glaube an einen guten Gott zerbricht total.

Die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, mein Geist hat ihr Gift getrunken, Gottes Schrecken stellen sich gegen mich. (6,4)  Einerlei; so sag' ich es denn: Schuldlos wie schuldig bringt er um.(9:22)

Hiob verliert im tiefsten Dunkel seinen Glauben! Die Welt ist für Hiob in die Hand eines Frevlers gegeben (9,24), Gott kann für ihn kein gerechter und guter Gott sein, wird er doch völlig unschuldig in tiefste Not gestürzt. Was soll das für ein Gott sein, der das zulässt?

"Das Buch Ijob kann uns auch zu einer Unterscheidung verhelfen zwischen Prüfung und Versuchung. Um reif zu werden, um wirklich immer mehr von einer vordergründigen Frömmigkeit in ein tiefes Einssein mit Gottes Willen zu finden, braucht der Mensch die Prüfung. Wie der Saft der Traube vergären muss, um edler Wein zu werden, so braucht der Mensch Reinigungen, Verwandlungen, die ihm gefährlich sind, in denen er abstürzen kann, aber die doch die unerlässlichen Wege sind, um zu sich selbst und zu Gott zu kommen. Liebe ist immer ein Prozess der Reinigungen, der Verzichte, schmerzvoller Umwandlungen unserer selbst und so Weg der Reifung. "

Auch diese Ausführungen zum Buch Hiob sind problematisch. Ratzinger sucht die Schläge Hiobs mit Prüfungen, die zu einer Reifung führen, retten zu wollen, um Gott entlasten zu können. Diesem Drang scheint also nicht nur Franziskus zu unterliegen. Hiob ist geschlagen, zerstört, von Prüfung kann gar keine Rede mehr sein. Hier betreibt auch Joseph Ratzinger eine Harmonisierung zugunsten Gottes. Etwas, was kath.net und andere aktuell Franziskus  vorwerfen.

Auch das Buch Hiob selbst richtet sich gegen eine solche Interpretation, wenn es einen der Freunde die theologische Darstellung Gottes als Erzieher und Prüfer des Menschen anführen lässt, um sie dann in Bausch und Bogen zu verwerfen.

5,17 Ja, wohl dem Mann, den Gott zurechtweist. Die Zucht des Allmächtigen verschmähe nicht! 5,18 Denn er verwundet, und er verbindet, er schlägt, doch seine Hände heilen auch. 5,26 Bei voller Kraft steigst du ins Grab, wie man Garben einbringt zu ihrer Zeit. 5,27 Ja, das haben wir erforscht, so ist es. Wir haben es gehört. Nimm auch du es an!

Diese Theologie kommentiert Gott im Buch Hiob wie folgt: Als der Herr diese Worte zu Ijob gesprochen hatte, sagte der Herr zu Elifas von Teman: Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und deine beiden Gefährten; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Ijob.(
42,7)

Doch was hat Hiob anders gemacht als seine Freunde, die Gott zu kennen scheinen und Hiob theologisch wohlfeile Ratschläge geben? Er hat Gott angeklagt, ihn herausgefordert, ihm doch zu beweisen, was er falsch gemacht habe. Hiob fordert Gott zu einem Streitgespräch heraus. Und Gott lässt sich darauf ein.

Und das scheint mir der wesentliche Punkt zu sein. Hiob reift nicht durch die überharten Prüfungen, die zerstören ihn, er reift in der Gottesschau, durch Gottes Handeln. Gott rettet ihn. Er schaut Gott und der stellt ihm unablässig Fragen, die Hiob allesamt nicht beantworten kann, so dass er erkennen muss, dass er als Mensch die Dinge wie sie sind nicht durchschaut. Doch Gott hat sich ihm im Leiden zugewendet, wie ein liebender Vater, was Hiob befriedet und veranlasst, sich bei Gott für seine unbedachten Worte und Flüche zu entschuldigen.

Doch was hat das alles mit der 6. Bitte des Vaterunsers zu tun, wie hilft das weiter? Führt Gott nun in Versuchung? Ich weiß es nicht, würde aber eher zu Franziskus Sicht tendieren. Dazu ein paar weitere Gedanken.

Wenn in der Kritik an Franziskus darauf verwiesen wird, dass man die dunkle Seite Gottes ausblende, wenn man wie er übersetzt "lass uns nicht in Versuchung geraten", dann kann das Dunkel aus meiner Sicht nur für das Unbekannte und nicht für das Böse stehen, wie z.B. Bischof Voderholzer meint. Denn dann würde man ja erst recht einem Dualismus das Wort reden, wenn Gott eben beide Seiten in sich trüge, das Gute und das Böse, gleichsam dem asiatischen Ying und Yang, zwei sich bedingende Seiten. Wir glauben aber doch an den einen guten und gerechten Gott, den Hiob anzweifelt und dann aber doch schaut.

Spannend sind in diesem Zusammenhang die Worte Jesu, die vermutlich eine Erfahrung beschreiben, die sein Leben grundlegend verändert hat und sein öffentliches Auftreten veranlasste: Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und {nichts} soll euch schaden. (Lk 11,18f) Nun erst sind wir an dem Punkt, den Ratzinger schon bei Hiob verortet, die Absage des Satans an Gott und sein Sturz aus dem Himmel. Weiter heißt es dann im 10 Kapitel bei Lukas:

Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn  offenbaren will.  Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht.  Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.  Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?  Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben.

Unwillkürlich wird man an Hiobs Gottesschau denken, die Jünger sehen den Sohn, was viele Propheten sich erträumt haben und nie sahen. Wenn wir Christen daran glauben, dass Gott sich in diesem Jesus Chrstus offenbart hat, dann ist  Gott noch einen radikaleren Schritt weiter gegangen, er hat sich nun als Mensch in die Welt hineingeboren und geht nun tatsächlich mit ihm in das Dunkel, das Leid und den Tod, als unschuldig Leidender, wie Hiob. Die Jünger sehen etwas, was viele Propheten sehen wollten doch nie sahen, sie sehen den Menschensohn. Und die Zeit, da der Satan Macht im Himmel hatte, ist vorbei. Die Dämonen müssen selbst ihnen gehorchen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es nun keine Versuchungen mehr gäbe, Jesus kämpft bis ans Kreuz mit ihnen, bereits der Gesetzeslehrer stellt ihn auf die Probe. Diese Art der Versuchung entstehen jedoch aus der Freiheit des Menschen oder auch der gefallenen Engel, böse sein zu können.  Jesus verkündet dagegen das Reich Gottes, in dem Kranke geheilt, Hungernde genährt und Tote lebendig werden, das Gegenteil von dem, was Hiob wiederfährt. Kann man ihm vor diesem Hintergund noch die Verkündigung eines Abba-Gottes mit dunklen Versuchungsabsichten zutrauen?  

Wir wissen, dass wir schwach sind und Versuchungen uns zerstören können, wir bitten Gott mit Jesus darum, uns davor zu beschützen. Durch seine Auferstehung glauben wir, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und dass Gott uns letztendlich retten wird. In der Taufe sind wir mit Chrstus sakramental durch das dunkle Tal des Todes geschritten und nun mit ihm Erlöste. Wir glauben, dass uns das kein Versucher mehr nehmen kann, selbst wenn wir an Gott zweifeln, wie Hiob. Und dafür gibt es weiß Gott genug Gründe. Von Hiob lernen wir, dass die Anklage Gottes der richtige Weg ist, wie Jesus dürfen wir dann sagen: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Beten und bitten wir aber darum, dass Gott uns vor einer solchen Erfahrung beschützt.

15.12.17 10:41, kommentieren

Von klerikalen Gruppen an den Rand gedrängt?

Seit 2013 hören wir von Papst Franziskus in einer Dauerschleife, dass die Kirche an die Ränder gehen müsse, zu den Ausgestoßenen, den Armen, den Verwundeten. Eine schmutzige, verbeulte Kirche sei besser als eine verschlossene und bequeme Kirche der Selbstsicherheit. Jetzt beweist Kardinal Müller auf beeindruckende Weise, dass er ihm offensichtlich nicht zugehört hat. Das papstkritische Portal kath.net fasst Müllers Ausführungen aus dem Vorwort eines neuen Papstversteher-Buches wie folgt zusammen:

Nach Ansicht des deutschen Kardinals sei es Papst Franziskus in „Amoris laetitia“ viel mehr um pastorale Initiativen gegangen, mit denen bestehende Ehen gestärkt und ihr Scheitern verhindert werden könnten, als um die pastorale Sorge für zerbrochene Ehen. Aus Sicht der Neuevangelisierung sei es wichtiger, alle Getauften an Sonntagen und gebotenen Feiertagen zum Besuch einer heilige Messe zu bewegen als die Frage zu klären, ob es möglich sei, dass eine zahlenmäßig begrenzte Gruppe von „Katholiken mit ungewisser Ehesituation“ rechtmäßig die Kommunion empfangen können, schreibt er.

Noch vorgestern predigte der Papst in der Frühmesse:

Anders Jesus. Von ihm berichtet das Evangelium an einer anderen Stelle, dass er „innerlich bewegt“ gewesen sei. „Darum war Jesus immer an der Seite dieser Menschen, die die klerikale Gruppe an den Rand gedrängt hatte, an der Seite der Armen, der Kranken, der Sünder, der Aussätzigen. Er war bei ihnen, weil er diese Fähigkeit hatte, sich von der Krankheit der anderen innerlich anrühren zu lassen – er war ein guter Hirte! Ein guter Hirte, der sich den anderen nähert und der zur Empathie imstande ist. Ein guter Hirte darf sich nicht des Fleisches schämen. Er darf sich nicht schämen, das verwundete Fleisch zu berühren, so wie es Jesus mit dieser Frau getan hat: Er rührte sie an, legte ihr die Hände auf, er berührte die Aussätzigen und die Sünder.“

1.11.17 10:52, kommentieren

Mary can do it

Auf kath.net erfahren wir heute, dass Gott 60 Millionen Menschen tötete, weil Pius XII nicht rechtzeitig auf die Anweisungen der Jungfrau Maria hörte. Aber man hat aus dieser Geschichte gelernt, kath.net bewirbt einen Gebetssturm für die Ehe, die ja durch den aktuellen Papst in Gefahr geraten ist. Maria wird auch das richten.

2 Kommentare 31.10.17 12:09, kommentieren

Wissen, wie der Osterhase läuft

Wenn sich Bischof Oster in der aktuellen Debatte um einen muslimischen Feiertag in versachlichender Weise äußert und die aufgeheizte Stimmung um Muslime in Deutschland nicht noch anheizen möchte, findet er als geschulter Journalist und guter Bischof die richtigen Worte:

"Menschen anderer Glaubensrichtungen sollten in unserem Land ebenfalls Gelegenheit haben, auch ihre eigenen religiösen Feiertage angemessen zu begehen."

Um eine weitere Versachlichung der Debatte zu betreiben, lässt er dann aber auf dem für seine ausgleichende und islamfreundliche Berichterstattung bekannten  Portal kath.net eine Kritik an einem Redakteur von katholisch.de (dem offiziellen Portal der DBK) abdrucken. Der Journalist hat sich offensichtlich der Fehlinterpretation der bischöflichen Ausführungen schuldig gemacht hat.

Nun erfahren wir, dass Oster selbstverständlich niemals auch nur im Geringsten an Muslime gedacht, wenn er von "Menschen anderer Glaubensrichtungen" sprach, denen bei "zahlenmäßig substantielle(n) Wünsche(n)" nach einem solchen Feiertag entsprochen werden könne.

Ich gehe davon aus, dass er Buddhisten und Sikhs meinte! Muslime gibt es bei uns in Deutschlabd ja kaum. Und zur Zeit sieht es ja dank AfD und Pegida auch so aus, dass es in Zukunft weiger würden. kath.net wird sich freuen. Danke Bischof Oster!

21.10.17 10:06, kommentieren

Grenzen in der Landschaft, Grenzen im Kopf und Grenzen im Gebet - das Rosengrenzgebet

Auf kath.net und in der Blogözese (etwa hier) meint man der Tagesschau und anderen Medien tendenziöse Berichterstattung nachweisen zu können. Das rosenkranzgestählte Grenzbollwerk gegen den Islam, das katholische Polen gestern an den Außengrenzen ihres Landes erbeteten, bezeichneten die kritisierten Medien als "umstritten", eine wohl noch sehr wohlwollende Formulierung.

Klarer formuliert es das Tradiportal katholisches.info und fällt den Brüdern im Geiste damit in den Rücken: "Mit dem Rosenkranz für Volk und Vaterland gegen George Soros, EU-Lobbyisten und Islamisierung"

Dann kan ja nix mehr schief gehen...

9.10.17 17:04, kommentieren

Es ist schlecht, eine Horrormeldung nicht Horrormeldung zu nennen

Eine schwangere Frau bekommt die Diagnose, dass sie einen tödlichen Hirntumor hat. Die möglicherweise rettende Chemotherapie lehnt sie aufgrund ihrer Schwangerschaft ab. Sie fällt ins Koma und gebiert Monate später ein gesundes Kind bevor sie dann verstirbt. Was für eine traurige Geschichte von Leben uns Tod? Mit Hiob möchte man Gott anschreien:

"Du wandelst dich zum grausamen Feind gegen mich, mit deiner starken Hand befehdest du mich. [...] Ja, ich hoffte auf Gutes, doch Böses kam, ich harrte auf Licht, doch Finsternis kam." (30,21+26)

Man kann an Gott verzweifeln, wenn man von solchen Schicksalen erfährt. Haben die Kinder und der Ehemann dieser Frau nicht auch eine Mutter und Ehefrau verdient? Immer wieder drängt sich uns die Theodizeefrage auf, wie  kann ich einen guten Gott denken, wenn ich diese Schicksale betrachte? Bei Hiob führt erst seine Gottesschau zu Trost und Frieden. Auf diese hoffen auch wir, dass im Angesicht Gottes doch alles zum Guten geführt wird.

Umso erstaunter war ich, als ich diese Geschichte bei kath.net unter der Überschift 'Es ist gut, nicht nur Horrormeldungen zu erhalten' las. Wie geling es Weihbischof Laun, diese Horrorgeschichte als etwas Gutes zu bewerten? Das kann nur dann funktionieren, wenn man in einer schwarzweißen Gedankenwelt beheimatet ist. Abtreibung ist schlecht, Leben schenken ist gut. Nur, wird man den vielfältigen Schicksalsschlagen von Menschen damit gerecht? Kann man eine Frau verurteilen, die leben will?

Man macht es sich zu einfach, wenn man hier mit pauschalen Urteilen arbeitet. Diese Dilemmasituationen dürfen nicht für die eigene Ideologie missbraucht werden, damit wäre man in der Rolle der Freunde Hiobs, die ihn ununterbrochen auffordern doch endlich seine Sünde zuzugeben, die für die Strafen Gottes verantwortlich sind. Diese Freunde verurteilt Gott zuletzt. Und deshalb ist die Linie des Papstes, nicht mehr mit rigorosen Gesetzen und Pauschalurteilen zu arbeiten, sondern den Menschen Hilfe und Stütze zu sein, völlig richtig und zutiefst biblisch!

2 Kommentare 16.9.17 14:22, kommentieren

Linz vs Passau

Wer einmal einen Eindruck davon bekommen möchte, wie es aussieht, wenn das Lehramt österreichischer Nachrichtenportale oder deutscher Forumskatholiken einen Bischof zu disziplinieren sucht, der kann das aktuell auf der Facebookseite von Bischof Oster (im Kommentarbereich) bestaunen. Oster macht dabei wie immer eine gute Figur.

2.9.17 08:13, kommentieren