Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

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Was nicht sein darf...

Ups, was ist denn da passiert?! Da konnte man heute Morgen auf kath.net einen Artikel (hier im Google-Cache) über die Kritik von Jan-Heiner Tück an den Aussagen Kardinal Brandmüllers lesen, der einen unterschiedlichen Verbindlichkeitsgrad der verschiedenen Konzilsdokumente betont. Und was noch viel erstaunlicher ist: Die meisten Kommentatoren unterstützten Tück in seiner Kritik an der Geschichtsvergessenheit Kardinal Brandmüllers in Bezug auf den Antijudaismus in der Kirchengeschichte.

Das konnte die Redaktion wohl so nicht erwarten und stehen lassen, so dass sicherheitshalber der gesamte Artikel gelöscht wurde. Damit scheint ein weiterer Beleg dafür geliefert worden zu sein, dass sich kath.net wohl nur in der moderateren Sprache von kreuz.net, einem Werbeportal für die traditionalistische Piusbruderschaft, unterscheidet.

2 Kommentare 3.6.12 13:07, kommentieren

Kinderkram

Die positive Entscheidung des Wiener Kardinals Christoph Schönborn, die Wahl eines homosexuellen Mannes  in einen Pfarrgemeinderat anzuerkennen, ließ viele Katholiken aufatmen. Endlich nahm einmal ein Bischof die Vorgaben des Katechismus ernst, homosexuell veranlagten Menschen mit „Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen“. Weiter heißt es dort: „Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen.“  
 
Doch es wäre wohl naiv zu glauben, dass dieser Einzelfall so etwas wie eine kopernikanische Wende für die katholische Kirche hätte werden können. Es vergingen nur wenige Wochen, bis der nächste katholische Sexskandal durch die Medien getrieben wurde. So bemüht sich das Bistum Augsburg derzeit darum, einer homosexuellen Kindergartenleiterin zu kündigen. Da diese sich allerdings in Elternzeit befindet, verwehrte man dies der Kirche vorerst aus arbeitsrechtlichen Gründen.
 
Welch fatales Bild von Kirche wird durch solches Handeln nur vermittelt?! Da insistiert ein Kardinal Meisner völlig zurecht auf den hohen Wert der Familie für eine gesunde Entwicklung von Kindern und in Augsburg geht man gegen eine junge Mutter vor, weil sie der katholischen Sexualmoral nicht entspricht. Wurde bei dieser Entscheidung in irgendeiner Weise das Wohl des Kindes bedacht?
 
Scheinbar hält man es auch nicht für nötig, es Kardinal Schönborn gleich zu tun und sich erst einmal über die genaue Situation der Frau zu informieren, schließlich ist die homosexuelle Veranlagung nach katholischer Lehre ja noch nicht sündhaft. Und was in den Schlafzimmern kirchlicher Mitarbeiter geschieht oder nicht geschieht, das sollte in jedem Falle in der Verantwortung des einzelnen Menschen bleiben.
 
Wie können Menschen eine Kirche ernst nehmen, die den Schutz des ungeboren Lebens fordert und die Familie als idealen Raum für Kinder propagiert, wenn sie so mit einer jungen Mutter umgeht?!? Ideale darf man predigen und anstreben, sie verwirklichen sich allerdings nur sehr selten in der Realität. Hier sollte man sich ein Beispiel an Kardinal Schönborn nehmen und "das Beste draus machen!"

21.6.12 14:46, kommentieren

Eine ganz eigene Sache

Vielleicht liegt es am schwülen Sommerwetter, dass da auf kath.net wieder der homophobe Zirkus tagt. Scheinbar muss der aufgestaute Frust irgendwie raus. Und was wirkt da besser, als wieder einmal die immergleiche Leier von den widernatürlichen Homosexuellen (hier) darzubieten?

Ein anderer Artikel  berichtet über eine der kath.net-Redaktion vorliegende Mail einer angeblich ehemaligen Mitarbeiterin des Cusanuswerkes, in der sich die Dame kritisch mit „Ini FIDES“ auseinander setzt. Dies ist eine Initiative innerhalb des Casanuswerkes, die sich der kirchlichen Lehre besonders verbunden weiß. In diesem Zusammenhang wird ein Link der Initiative zu kath.net kritisiert, da sich die Schreiberin von dem Anliegen ‚Homoperverse’ gesund zu beten distanziert, eine Tätigkeit, die sie zum Standardrepertoire des Portals zählt.

Am Ende des Artikels stellt kath.net in einem Hinweis in eigener Sache klar: In keinem Artikel von KATH.NET werden Homosexuelle als „Homo-Perverse“ bezeichnet. Nun mag es stimmen, dass exakt diese Formulierung tatsächlich in keinem Artikel auftaucht. Doch in den penibel zensierten Kommentaren sind schlimmere Beleidigungen zu finden. Als Beleg nur eine besonders üble Auswahl. 2011 outete sich der Theologe David Berger als homosexuell. Dabei vertrat er die These, dass sehr viele katholische Geistliche homosexuell veranlagt seien und stellt dabei auch Vermutungen den Papst betreffend an. Der heilige Michael kommentierte auf kath.net:

Sofort rausschmeißen Ohne weiteren Kommentar. Hetzer haben wir genug, die Weitergabe von katholischem Religionsgut ist mit solchen Aussagen unvereinbar. Entzug der Lehrbefugnis und tschüssssssssss Auch keine Kommentare und Beleidsbekundungen für dieses A………..h“

Nur ein eiserner Verfechter der Integration muslimischer Einwanderer, „krzyzak1099″, gelang es, noch etwas bedrohlicher zu formulieren:

Diesen Kerl raus zuschmeißen und zu exkommunizieren ist eindeutig viel zu wenig.

Auch der große weiße Zauberer Gandalf, Roland Noe’ persönlich, mischte tatkräftig mit:

Gewisse Homoaktivisten sind eigentlich ein anschauliches Beispiel, wohin es führt, wenn der Mensch nur mehr triebgesteuert „nachdenkt“ und das Denkvermögen in untere Regionen rutscht.

Bei aller berechtigten Kritik an Bergers Verdächtigungen, tiefer kann das Niveau eines katholischen Nachrichtenportals wohl kaum "rutschen"?! Aber sagt das etwas über die Triebhaftigkeit des Seitenbetreibers aus? Im Sinne seiner Theorie mag man hoffen, dass er keine Josefsehe führt!

Und wenn man schließlich lange genug in die Vergangenheit von kath.net recherchiert, dann taucht dann doch noch der "perverse Schwule" in einem Artikel auf! Scheinheilig wird nach dem Zustand der Religionsfreiheit in Schweden gefragt, weil ein Pastor verurteilt wurde, der Homosexuelle als Perverse bezeichnete. Auf welche "eigene Sache" weist das jetzt wohl hin?!?

6 Kommentare 30.6.12 22:51, kommentieren