Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

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Link oder nicht Link

Die Kritik meines letzten Beitrages scheint beim Betreiber der katholischen Blogliste angekommen zu sein. Das freut mich sehr! Allerdings bewertet er die Bloginhalte auf „Zölibat und mehr“ wohl weniger kritisch. In einem Selbstgespräch zwischen Richard Dorn, dem Kreuzknappen und dem Predigtgärtner wird verbissen versucht, indirekt eine Unbedenklichkeitserklärung für das neofaschistische Geschwafel von yogi auszustellen. Gleichzeitig unternimmt die Dreifaltigkeit den Versuch, meine kreative Auseinandersetzung mit dem Pussy Riot- und Beschneidungs-Skandal und der Homophobie im rechtskatholischen Pius- und Tradilager (hier in der unzensierten Orginalfassung) gegen meine Kritik in Stellung zu bringen.

Lieber Kreuzknappe/Predigtgärtner/Richard Dorn! Wenn Ihr meine Beiträge für so unerträglich haltet, dann bin ich überhaupt nicht verärgert, wenn Ihr mich aus Eurer privaten Linksammlung entfernt! Ich habe niemals um Aufnahme in diese Liste gebeten. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass dort neofaschistische Hassseiten verlinkt sind (yogi ist ein großer Fan vom Fjordman [Der Krieg gegen die weiße Rasse - der Krieg gegen Europa], den Anders Behring Breivik sehr verehrte), würdet Ihr mir sogar einen großen Gefallen tun, nicht mehr neben solchen Blogs verlinkt zu sein!

Danke!

9 Kommentare 1.11.13 16:36, kommentieren

Kardinal Marx gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Kardinal Marx gedachte am gestrigen Allerseelentag auf dem KZ-Friedhof am Leitenberg bei Dachau der Opfer des Nationalsozialismus (hier).

„Schrecklich, dass es diesen Ort gegeben hat. Aber noch schrecklicher, noch schlimmer, wenn wir ihn vergessen und verdrängen. Dann haben wir das Zeichen, das Dachau in die Geschichte Deutschlands und der ganzen Welt setzt, nicht verstanden.“

Auch vor kritischen Worten in Bezug auf das Schweigen vieler Christen zur Zeit des NS-Regimes scheute er sich nicht.

Der Schrecken wird nicht kleiner. Er wird größer, weil uns die Dimension bewusst wird, weil wir immer neu ratlos davor stehen, wie so etwas passieren konnte in unserem Land. Wir waren nicht dabei, und es steht uns nicht zu, zu urteilen. Aber wir sind doch betroffen und bedrückt über das Schweigen der Christen, vor allem der Verantwortlichen.“

1 Kommentar 3.11.13 13:13, kommentieren

ultrarechte Gefahr

Kath.net distanziert sich weiter von rechtskatholischen Radikalen! Die Mitarbeiterin Petra Lorleberg schreibt in einem aktuellen Kommentar (hier): „Doch aktuell ärgere ich mich über die Vorwürfe angeblich kirchentreuer Ultrarechtskatholiken gegen den amtierenden Papst.“ Bravo!

Scheinbar ist man auch in Linz endlich aufgewacht und erkennt die Gefahren im Umfeld piusbrüderlicher Radikalkatholiken, bei denen ausgeprägter Antisemitismus, sektenhafte Verblendung und irrationale Verschwörungstheorien vorherrschen.

Und wenn aus dieser Ecke im Zusammenhang mit den Vorgängen in Limburg immer wieder auf die Medien geschimpft wird, die einen am Boden Liegenden gnadenlos treten, dann muss ich zwangsläufig an die Causa David Berger denken, wo sich dieselben Leute ebenso verhalten haben.

So schrieb David Berger 2010 im kath.net-Forum sehr treffend und irgendwie auch aktuell (vgl. Alexius Forumsbeitrag hier):

„Eine sich selbst als katholisch bezeichnende, aber wohl in perfidester Weise von bewußt gegen die Katholische Kirche agierenden Kreisen betriebene Internetseite schreckte am 12. Januar 2009 tatsächlich nicht davor zurück, eine Rede eben jenes Heinrich Himmler [unter dem Titel 'Anständige Kriegsverbrecher. Gestern Juden – heute Araber'] zu publizieren, gegen den solch mutige Katholiken wie Groppe unter Einsatz ihres Lebens gekämpft haben. Daß die Internetseiten von Vereinigungen wie dem 'Netzwerk katholischer Priester', der 'Una Voce' oder 'Sinfonia Sacra' diese Seite verlinken und damit Werbung dafür machen bzw. damit den Anschein erwecken, als würden sie sich indirekt auch zu dem dort verbreiteten faschistoiden, antisemitischen Gedankengut bekennen, ergänzt das Zerrbild, das progressistische Katholiken von den Traditionalisten gemeinhin kultivieren, auf passende Weise. Was würde wohl ein Dietrich von Hildebrand, der nicht nur Mitbegründer der 'Una Voce' war, sondern auch vor den Nationalsozialisten ins Exil fliehen mußte, dazu sagen? (...) Daß die sich gerne als besonders katholisch Gebenden, aber sich in Wirklichkeit in einem pathologisch anmutenden Sektenklima Suhlenden damit das Erbe nicht nur eines Theodor Groppe, sondern auch jenes der Enzyklika 'Mit brennender Sorge', einer heiligen Edith Stein und eines heiligmäßigen Papstes wie Pius XII., den Pinchas Lapide den größten jemals lebenden Wohltäter des jüdischen Volkes nannte, beschmutzen und daran arbeiten, die langjährige und mühsame Versöhnung zwischen Juden und Christen zu beeinträchtigen, scheint ihnen nicht deutlich zu werden.

Die von Berger erwähnte Internetseite existiert zwar mittlerweile nicht mehr, das bedeutet aber noch lange nicht, dass das neofaschistische Gesindel, das diese Seiten betrieb bzw. sie mit Texten versorgte, ebenfalls verschwunden wäre. Heute gibt es andere Portale, wo man sich betätigen kann. Und diese sind im Aufwind. Schund verkauft sich eben gut!

5.11.13 14:48, kommentieren

Von gelungener Integration

Dass ich eines Tages einmal kath.net als Quelle für eine sachliche und ausgewogene Berichterstattung über die Muslime in unserem Lande heranziehen könnte (hier), hätte ich vor kurzem noch nicht erwartet! Und das freut mich ungemein!

Bezüglich der unsinnigen Forderung der NRW-Linken nach einer Umbenennung des Martinsfestes in "Sonne-Mond-und-Sterne-Fest", mit der Begründung, Rücksicht auf muslimische Kinder nehmen zu wollen, verweist kath.net auf die Stellungnahme von Aiman A. Mazyek, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Dieser betont, dass es für einen Muslimen kein Problem sei, an einem solchen Umzug teilzunehmen, weil der heilige St. Martin auch für diese ein Vorbild sei.

Und auch im Kommentarbereich werden viele positive Beispiele für die gelungene Integration muslimischer Mitbürger in Deutschland gegeben. Eine wohltuende Abwechslung zu dem, was man auf anderen sich katholisch gebärdenden Blogs und Portalen so liest. Ein besonders abstoßendes Beispiel ist aktuell mal wieder der auf der katholischen Blogliste verlinkte yogi, desses Artikelüberschrift ich mir aus Schicklichkeitsgründen jetzt aber einfach einmal verkneife zu zitieren.

6 Kommentare 6.11.13 07:53, kommentieren

Gott schütze uns vor den Konvertiten ;-)

Heute möchte ich einmal zu einem Blog verlinken, dessen Betreiber mir zuletzt eine gewissse Abneigung ihm gegenüber unterstellte. Desweiteren unterstellte er mir, die Identität anonymer Blogger preiszugeben, was ich bis heute nicht ganz verstanden haben.

Im Kommentarbereich zu Geistbraus Kritik an den ökumenischen Gedanken Weihbischof Launs (hier) schaltet sich der Kommentator Jorge in die Diskussion ein. Dessen ausführliche Analysen sind das Beste und Präziseste, was ich seit langem in Bezug auf kath.net, katholisches.info, die Blogozese und rechte Katholiken gelesen habe.

Hier nur einige wenige Auszüge, die zur ausführlichen Lektüre anregen sollen!

"Das Ganze [Launs und kath.nets Strategie] beruht auf der Idee, der Bruch durch die Christenheit sei im Wesentlichen nicht mehr konfessionell, sondern weltanschaulich, sodass sich nicht Katholiken und Protestanten, sondern konservative Christen und “Liberale” gegenüberstünden.

Das darf natürlich nicht vergessen machen, dass katholisches.info alles andere als harmlos ist.
Die Richtung ist geradezu subversiv rechts (man denke an die seinerzeitige Begründung des Serverumzugs ins Ausland). Da gibt es wenig Unterschiede zu den Machern von +.net und gloria.tv. Der Stil blieb aber immer seriös und relativ unpolemisch. Das darf über die inhaltlichen Falschmeldungen und tendenziösen Verfälschungen, die Nardis Berichterstattung (und die seiner Quellen, im Wesentlichen ital. und span. Blogger des altritualistischen Spektrums) durchziehen, aber nicht hinwegtäuschen.

Nach dem Papstwechsel wurde katholisches.info sehr schnell zum Sammelbecken für sehr destruktive Papstkritiker, die sich mit der neuen Lage nicht abfinden wollten. Dies und der Wegfall von +.net sowie jetzt auch die Abwanderungstendenzen von kath.net und aus dem rechten Bereich der Blogozese führte dazu, dass der früher kaum genutzte und ziemlich unwichtige Kommentarbereich immer mehr an Bedeutung zunahm. Dadurch werden auch die eher unschönen Umgangsformen und Extreme stärker sichtbar, wie man sie von großen Traditionalistenblogs weltweit kennt.

Trotzdem war das Portal [kath.net] als Informationsplattform in den letzten Jahren sehr wichtig und wertvoll, gerade wegen der guten Kontakte zu innerkirchlichen Akteuren. Da die Verbindungen nach Rom (v.a. Gänswein) für die Macher sehr wichtig sind, konnte man sich eine Fortführung der alten Linie allerdings nicht leisten und musste umschwenken, was mit zu der gegenwärtigen Lage geführt hat.

Dabei muss man gerechterweise auch zugestehen, dass die positive Papstberichterstattung durchaus in einigen gefährdeten Kreisen zur Akzeptanz des “linken” Papstes und zu mehr Verständnis für seine Denk- und Handlungsweise entgegen ursprünglichen Vorbehalten beigetragen hat. Ohne den konsequenten Papalismus von kath.net gäbe es im “rechten” Lager sicherlich wesentlich destruktivere und kirchenfernere Positionen."

Sehr spannend sind auch die Ausführungen Jorges zum Problem der Konvertiten und des Konfessionalismus, die er als ein Problem der Blogozese diagnostiziert.

Diese scharfen, sehr präzisen Analysen erinnern mich stark an einen Internetpfarrer, dessen Hang zur Ausführlichkeit ich sehr schätze, obwohl ich ihm in manchen Schlussfolgerungen deutlich widersprechen würde. Die Kritik an seinem Hang zum Elitären kann ich oft nachvollziehen, andererseits scheinen Freigeister nun einmal so zu ticken ;-) Mein Dank gilt beiden!

3 Kommentare 8.11.13 10:29, kommentieren

75 Jahre Reichspogromnacht

Die österreichische Bischofskonferenz trifft zum 75. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 selbstkritische Töne (hier).

„Wir sehen heute klar, dass auch die Kirche durch Akzente ihre Verkündigung im Sinn einer Verachtung des Judentums mitverantwortlich für jenes Klima war, in dem sich der nationalsozialistische Antisemitismus ausbreiten konnte.“

"Wehret den Anfängen", so die Losung des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick, der auch aktuell einen gefährlichen "Alltags-Antisemitismus" ausmacht.

Ein Beitrag zur Progromnacht ganz anderer Art auf dem Blog ZEIT ZU BETEN . Sehr lesenswert!!

8.11.13 16:29, kommentieren

Christliche News

Felizitas Küble feiert auf dem Blog "Christliches Forum" den Sieg der islamkritischen Partei "Pro NRW" vor dem Bundesverfassungsgericht. Na dann, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, Frau Küble!
 
Der Verfassungsschutzbericht NRW von 2012 (hier) stellt übrigens eine Verbindung von "Pro NRW" zum ehemaligen kreuz.net her. Auf Seite 74f heißt es:

"Verbindungen zum Hetzportal 'kreuz.net – katholische nachrichten'

Bei der Internetpräsenz 'kreuz.net – katholische nachrichten', die bis Ende November 2012 online war, handelt es sich um ein Portal, das homophobe, antisemitische und muslimfeindliche Beiträge veröffentlicht und durch überwiegend extrem aggressive Diktion auffällt. Einzelne Inhalte auf dieser Website sind zudem als jugendgefährdend eingestuft. Mediale Aufmerksamkeit erlangte 'kreuz.net' anlässlich des Todes eines bekannten Schauspielers mit der Schlagzeile „Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle“.

Als Autorin auf 'kreuz.net' findet sich eine 'pro Köln  e.V.'/'pro NRW'-Aktivistin, die gleichzeitig Vorstandsmitglied von 'pro Deutschland' sowie Sprecherin des Arbeitskreises 'Christen pro Köln' ist. Seit 2006 verfasste sie unter ihrem Namen und Angabe ihrer politischen Funktion im Rat der Stadt Köln mehr als zehn Beiträge mit überwiegend homophoben Inhalten, davon alleine vier in 2012. Bei einem Beitrag aus 2008 mit der Überschrift „Wird sich der Kardinal dem Homo-Perversen fügen?“ ist als Verfasser der Vorsitzende von 'pro Köln e.V.', Markus Beisicht, angegeben."

Die Zusammenarbeit mit dem Hetzportal kommentierte "Pro Köln" damals folgendermaßen:

„Entscheidend sind die verbindlichen politischen Werte und Ziele, die man in der Bürgerbewegung PRO KÖLN gemeinsam vertritt. Unter dieser Prämisse ist natürlich auch Platz für besonders traditionsbewusste Katholiken, auch aus der Pius-Bruderschaft.“

Den Link zu "Pro Köln" verkneife ich mir.

 

9.11.13 08:59, kommentieren