Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

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Der dezentrale Blickwinkel des Papstes vom Ende der Welt

Ein vielversprechender Satz des Papstes vom Ende der Welt, um in das Jahr 2014 zu starten!

„Ich bin von einer Sache überzeugt: die großen Veränderung der Geschichte traten ein, wenn die Wirklichkeit nicht von der Mitte, sondern von den Rändern betrachtet wurde.“ (vgl. hier)

1 Kommentar 4.1.14 11:56, kommentieren

Reformen, erste unsichere Schritte

Franziskus neuer Kurs trägt erste Früchte. Die oberste Garde der Kirchenführung versucht sich auf diesem neuen Pfad zu etablieren. Dabei ist der vom Papst geforderten Kreativität kaum eine Grenze gesetzt.

Die einen steigen in umweltfreundlichere Autos, andere machen sich als Sternsinger auf zu den Ställen der Schafe und wieder andere ziehen erste Konsequenzen aus dem vatikanischen Fragebogen, der sie unverhofft mit der Realität konfrontierte.

Die Forderung scheint zwar noch etwas diskutabel, wenn Bischof Huonder eine Heirat nur noch bei einem konkreten Kinderwunsch durchführen möchte, andererseits werden ihm adoptionswillige Schwule und Lesben jetzt vielleicht die bischöflichen Tore einrennen.

Es bewegt sich etwas! Herzlich willkommen im wahren Leben... Und vielleicht bewegt sich demnächst auch etwas wirklich Konstruktives

 

11 Kommentare 6.1.14 20:16, kommentieren

Von Muslimen lernen

Zum Jahreswechsel läuft auch der auf Kreuzknappes Bloggerliste so geschätzte Yogi wieder zur Höchstform auf. Dieser islamophobe Dreck ist so widerwärtig, dass ich ihn hier gar nicht zitieren oder verlinken mag. Ich frage mich, was in Muslimen vom Schlage eines Milad Karimi vorgeht, wenn sie solch hasserfüllte Ergüsse lesen? Aber er gibt in einem Interview ja eigentlich schon die Antwort.

Ziegler: Aber wir brauchen keine Hassprediger. Wir brauchen keine Leute, die zu Gewalt aufrufen.

Karimi: Wir brauchen auch keine NPD. Wir brauchen auch die Neonazis, all die brauchen ich nicht. Die mag ich auch nicht. Aber ich muss sie dulden. Und Hassprediger, glauben Sie, die sind mir mehr Dorn im Auge als Ihnen, weil, ich mich ihretwegen ständig rechtfertigen muss. Nach jedem schönen Vortrag über die Ästhetik des Korans muss ich erklären, warum Muslime Christen verfolgen, warum es Ehrenmorde gibt. Und aus diesem apologetischen Duktus möchte ich auch raus.

Aber ich kann jetzt auch nicht sagen, weil sie hier sind und Hass predigen, deswegen muss ich die vernichten. Die sind auch deutsche Staatsbürger. Wo soll ich mit ihnen hin? Ich kann sie auch nicht ins Zuchthaus stecken und sagen, jetzt lerne mal und werde ein braver deutscher Bürger, sondern ich muss sie – und das ist unser Brot – argumentativ zwingen. Und dagegen gibt es nur eine Lösung: Bildung, Bildung und nochmal Bildung.

Danke, Herr Karimi, damit kann auch ich sehr viel anfangen!

 

2 Kommentare 7.1.14 13:33, kommentieren

männerdominikanischer Blödsinn

Ok, katholisch.de will mit seinen Standpunkt-Kommentaren zu Diskussionen anregen. Da darf dann auch schon einmal etwas provokant formuliert werden. Was da allerdings heute von Junge-Freiheit-Werbeträger Professor Ockenfels kommt, hätte man sich vielleicht doch besser erspart.

Es gehöre heutzutage mehr Mut dazu, sich zu seiner Kirche zu bekennen als seine Homosexualität zu outen, so die erste stramme These des medienerprobten Dominikaners. Fragt sich, weshalb es dann so wenige Homosexuelle in der katholischen Kirche gibt, die sich zu ihrer Neigung bekennen? Auch Nachbarblogger Geistbraus fragte deshalb vor ein paar Tagen etwas naiv, weshalb das überhaupt so sei. Eine Frage, die er vielleicht einmal an den guten Professor richten sollte, der ihm aber auch in seinem Kommentar schon den ersten Ansatz einer Antwort gibt: „Eine alte Sünde wird nicht zum neuen Sakrament.“

So einfach ist das hinter verbarrikadierten katholischen Mauern. Der Jubel homosexueller Medien über Franziskus dringt dort nicht hin. Da geht man glatt vom Gegenteil aus, weil man nur in eine Richtung denken kann, und unterstellt diesen Menschen „Enttäuschung“ über den  neuen Papst.

Mutlos ist nicht das Outing eines Homosexuellen, schon gar nicht, wenn er gläubiger Christ ist oder sogar ein geistliches Amt bekleidet. Mutlos ist das Widerkäuen immergleicher Phrasen, um sich den vorprogrammierten Jubel bestimmter homophober und rechtskonservativer Kreise zu sichern. Deshalb wäre dieser Kommentar wirklich besser bei der Jungen Freiheit und nicht auf katholisch.de erschienen.

Den fanatisierten Fans einer männerdominierten Welt wird man einmal ihre aggressiven Ausfälle abtrainieren müssen.  

Mein Vorschlag zur Güte: Man lasse jeweils Lesben, Schwule, bi-, trans-, inter- und vielleicht auch noch heterosexuelle Gläubige zuerst gegen-, dann miteinander antreten, um den besten Gottesdienst zu ermitteln. Natürlich nach Regeln der Missionsleistung, der Fairness und nicht der Quote. Vor allem lasse man den ganzen Sexismus-Blödsinn sein und beende die diskriminierende Apartheid zwischen Männern und Frauen in der Kirche.

5 Kommentare 14.1.14 14:17, kommentieren

Von der Kirche in Deutschland und der deutschen Nationalkirche

In der Führungsebene der katholischen Kirche geht es momentan scheinbar hoch her! Die Richtungsstreitigkeiten im Jahr, in dem von Franziskus nun erste Reform-Ergebnisse gefordert werden, nehmen zu. Nachdem nach der ersten Euphorie ein wenig Ernüchterung einkehrte, die traditionalistische Kreise nach Kräften forcierten, werden jetzt wieder Stimmen laut, die von Reformwillen geprägt sind

Besondere Aufmerksamkeit ziehen zurzeit Kardinal O'Malley und Kardinal Maradiaga aus dem engsten Beraterkreis des Papstes auf sich und sorgen im Lager katholischer Hardliner für Erregung. Der eine, weil er sich von einer methodistischen Pfarrerin segnen ließ (hier), der andere, weil er eine mehr als deutliche Kritik am Präfekten der Glaubenskongregation Erzbischof Müller formulierte (hier), dem der Kardinal noch einen Lernprozess prophezeite, um aus einem einfachen Schwarzweiß-Denken heraus zu kommen.

Viel spannender aber als seine Kritik an Müller fand ich die Aussagen des Kardinals zur katholischen Kirche in Deutschland. Auf die Frage nach der Vereinbarkeit der reichen deutschen Kirche mit der päpstlichen Botschaft von einer Kirche der Armen antworte Maradiaga:

"Sicherlich ist sie relativ reich. Sie hat wunderschöne Kirchen. Aber vielleicht hilft keine Ortskirche der Weltkirche so sehr wie die deutsche. Auch das ist eine Option für die Armen. Deutschland denkt sehr stark in einer weltkirchlichen Dimension. Sie haben Misereor, Adveniat und Renovabis ins Leben gerufen. Ich kenne keine andere Kirche, die das tut. Und ich kenne hier eine Vielzahl an frommen Priestern und Bischöfen, die in Einfachheit leben."(hier)

Endlich setzt einmal jemand mit Autorität und Durchblick etwas dem Geschwafel von der herbeiphantasierten „deutschen Nationalkirche“ (z.B. hier) entgegen. Geprägt wurde dieser Begriff offenbar von Journalisten, die zu einer Gruppe gehören, die sich regelmäßig im Vatikan trifft (vgl. hier und hier), verbreitet unter Zuhilfenahme fragwürdiger Methoden (vgl. hier, vor allem hier) und wiedergekäut von den Matusseks und Kisslers auf kath.net, der virtuellen Basisstation dieser Streiter.

In Papst Franziskus Umfeld jedenfalls scheint man die Kirche in Deutschland realistischer zu sehen!

7 Kommentare 20.1.14 17:17, kommentieren

kölsche Sproch em Blog

Auf Kreuzknappes "Da sin mer net zo pingelisch" - Blogliste kann man heute wieder Erfrischendes von Yogi lesen. "Edelschmarotzer und Arschgefickte" prangt die Überschrift in die katholische Blogwelt. Islamo- und Homophobie geschmackvoll gepaart. Um den ganzen Artikel zu ertragen, darf man wirlich nicht so pingelisch sein! Dazu fällt mir als Landkölner nur eines ein: Han die dr Kopp nur zum Hoorewäsche?

23.1.14 18:37, kommentieren

Strohfeuer schon vor Pfingsten?

Wer beim Focus hat eigentlich beste Beziehungen in den Vatikan. Und wer im Vatikan hält den ganzen Limburger Zinnober für eine Kampagne? Das hatten wir doch schon einmal! Allerdings ist doch noch lange nicht Pfingsten!

4 Kommentare 26.1.14 19:40, kommentieren