Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

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Mutige Worte eines Bischofs

Es gibt sie also doch noch, Bischöfe, die den Mut haben, auch vor Kritik am Lehramt der Kirche nicht zurückzuschrecken. Johann Bonny, Bischof von Antwerpen, diagnostiziert vor der anstehenden Bischofssynode über die Familie eine Missachtung der auf dem Zweiten Vatikanum beschlossenen bischöflich-päpstlichen Kollegialität bei den Päpsten Paul VI und Johannes Paul II in Fragen von Ehe, Familie und Sexualmoral. Gegen eine Mehrheit von Bischöfen, Expertengremiengremien und Katholiken seien einsame Entscheidungen gefällt worden (hier).

Weil das Lehramt die Jahrhunderte gewachsene Einsicht in die Würde einer Gewissensentscheidung ignorierte, wuchs die Kluft zwischen der sittlichen Unterweisung der Kirche und der moralischen Einsicht der Gläubigen. Die Folge: „Ein Dokument des höchsten Lehramts nach dem anderen über Fragen der Sexualität, der Familie oder der Bioethik stieß auf wachsendes Unverständnis und weitreichende Gleichgültigkeit“.

Nun aber setzt der Bischof große Erwartungen in die anstehende Synode, weil er mit Papst Franziskus die Kollegialität der Bischöfe wieder gestärkt sieht. Neben Pessimisten wie Bischof Oster, der keinerlei Änderungen erwartet, gibt es also auch im Bischofskollegium Menschen, die die Hoffnung auf Reformen noch nicht verloren haben.

4 Kommentare 4.9.14 16:32, kommentieren

Mal was anderes

Die böse Saat, die auf rechtsradikalen aber leider auch auf so mancher blogözesanen Hetzseiten vom Schlage eines Zölibat und mehr über Jahre hinweg gesät wurde, geht langsam auf. Es mehren sich auch innerhalb der Kirche zunehmend die Stimmen, die nicht mehr bemüht sind, zwischen Islamisten und friedlichen Muslimen zu unterscheiden.

So beglückt uns der Kreuzknappe aktuell mit der Information, dass der italienische Bischof Tommaso Ghirelli der Meinung ist, dass alle Muslime, die sich nicht von den grausamen Taten des "Islamischen Staates" distanzieren, doch bitte das Land verlassen sollen (hier). Noch eine Schaufel mehr Verachtung legt Martin Rhonheimer, Professor für Ethik und politische Philosophie an der römischen Opus Dei Hochschule, über kath.net in die Waagschale, wenn er den "Islamischen Staat" als den wahren Islam bezeichnet (hier).

Um diesem ganzen unreflektierten Unsinn auch etwas Positives entgegen zu stellen, hier ein Link zu der sehr empfehlenswerten ZDF-Sendung „Forum am Freitag“, in der es um die Entwicklung der islamische Theologie in Deutschland geht: Keine Betkurse im Hörsaal.
 
Am Ende der Sendung kommt der Theologe Ahmad Milad Karimi zu dem Schluss, dass eine kritisch-wisschenschaftliche Auseinandersetzung mit der Religion des Islam der beste Schutz für junge Menschen vor religiösem Fundamentalismus ist. Im Übrigen eine Erkenntnis, zu der sich auch das Christentum in einem sehr schmerzhaften Prozess erste einmal durchkämpfen musste.

8.9.14 17:00, kommentieren

Blindes Vertauen oder Feuer des Verstandes?

Der Bischof von Antwerpen hat mit seiner Kritik am Lehramt der Kirche in Fragen der Familien-, Ehe- und Sexualmoral einen neuralgischen Punkt getroffen, sozusagen den Finger in die Wunde der Kirche gelegt. Die teilweise sehr heftigen Reaktionen im konservativ-traditionalistischen Lager können als Schmerzensschrei so manch eines Romtreuen gedeutet werden. Die heile Welt der einfachen Antworten ist bedroht, das macht Angst, der man – sehr menschlich – mit Zorn begegnet, um sie zu überspielen.

Ein Paradebeispiel für einen solchen Katholiken ist Peter Winnemöller, ein bekannter Vertreter der Blogözese und gern gesehener kath-net-Gastkommentator, der Johan Bonny gleich einmal als "Provinzbischof" verunglimpft (hier). Theologisch ist man mittlerweile aber so gut geschult, dass man mit den theologischen Begriffen mühelos jonglieren kann und immer genau die Kugel ins Spiel bringt, die man gerade braucht, um sie dem kirchenpolitischen Gegner an den Kopf zu werfen.

Um etwa Kritiker von Tebartz-von Elst mundtot zu machen, wird die für eine Religionsgemeinschaft so wichtige Vetrauensbasis zu den  Menschen einer Gesellschaft als „lächerliches Geschwafel“ (vgl. hier) abgetan.

„Der Glaube hat gefälligst vor der Ratio zu bestehen, wie Papst Benedikt XVI. nicht müde wurde zu betonen und dabei in allerbester Gesellschaft war und ist. Blindes Vertrauen in die Kirche wäre ein Irrsinn, der zu Schwarmgeisterei und schlimmerem führen muß. Der Glaube muß im Feuer des Verstandes geprüft sein, sonst verfällt er. Er muß durch die Schule des Lebens in die Wirklichkeit der Menschen Einzug halten und durch verinnerlichen der Lehre fundamental werden.“

Eine wirklich vorzügliche Haltung, die – wenn man sie wirklich einmal von Winnemöller einfordern würde – im Handumdrehen verworfen würde. So geschehen in seinem kritischen Beitrag zum Positionspapier von Bischof Johan Bonny. Hier ist nicht mehr vom Feuer des Verstandes die Rede, sondern von den Vorgaben des Katechismus, an die sich der Katholik zuerst einmal zu halten hat. Nur wenn weder Katechismus noch ein geistlicher Ratgeber dem Katholiken helfen, einer Lehre der Kirche zuzustimmen, darf in einer letzten Instanz
das dann fehlgeleitete Gewissen zum Zuge kommen.

Mit anderen Worten, erst einmal den Verstand abschalten und der Lehre der Kirche blind vertrauen. Bleiben dann aber immer noch Bauchschmerzen und auch der Beichtvater hilft nicht weiter, dann darf das Gewissen aktiviert werden. Ich muss sagen, mir hat das Feuer des Verstandes, das in der Lage ist, das Gewissen zu beeinflussen, deutlich besser gefallen! Wenn sich mein Gewissen gegen kirchliche Lehren regt, dann muss ich meinen Verstand zu Hilfe nehmen. Und wenn sich das Gewissen als die Stimme Gottes in einer Masse von Katholiken - da sind sich aufgrund der vatikanischen Umfrage ja mittlerweile alle einig – in Positionen zur katholischen Sexualmoral rührt, dann hat die Kirche darauf gefälligst zu reagieren, was sie mit der anstehenden Bischofssynode ja nun auch zum Glück tut.

Und egal, zu welchem Ergebnis die Kirche in diesen Streitpunkten kommt, sie hat die Antworten so zu formulieren, dass sie im Feuer des Verstandes bestehen. Und genau da setzt doch auch die Kritik des Bischofs von Antwerpen an! Einsame Entscheidungen eines Papstes gegen alle Argumente und Experten, gegen eine Mehrheit von Bischöfen, die schließlich auch am unfehlbaren Lehramt der Kirche partizipieren, schaden der Kirche. Da hört dann das Vertrauen der Menschen in das Lehramt der Kirche, wie Winnemöller zurecht anmerkt, auf! Und genau da liegt das Problem, in das sich das katholische Lehramt in seiner reflexhaften Abwehr alles Aufklärerischen und Modernen selbst manövriert hat. Und – man muss es so hart sagen -  sich selbst massiv geschadet hat. Der Vertrauensverlust der Kirche hat direkt mit diesem Problem zu tun, es ist hausgemacht.

Ein besonders anschauliches Beispiel dafür ist neben der von Bonny erwähnten Enzyklika Humanae vitae das Apostolische Schreiben Ordinatio sacerdotalis, in dem die Möglichkeit, Frauen zum Priesteramt zuzulassen, verworfen wird, gegen die Päpstliche Bibelkommission, die für diese ablehnende Haltung keine Grundlagen im Neuen Testament ausmachen konnte (vgl. hier). Und obwohl eine definitive Lehrentscheidung eines Papstes in der Offenbarung zu gründen hat und obwohl Frauen im Neuen Testamentes die unterschiedlichsten Funktionen, die dem dreigliedrigen Amt vorausgingen, inne hatten, entschied Papst Johannes Paul II in dieser Frage gegen viele Berater. Das Hauptargument: Wir kennen diese Tradition nicht. Eine Argumentation, die sich im Feuer des Verstandes in Sekundenschnelle in Rauch auflöst, wie Georg Kraus es zum Beispiel vorexerzierte (hier). Gleichzeitig wird aber  in dieser Frage das Ende jedweder Diskussion und damit blindes Vertrauen in das Lehramt der Kirche eingefordert. Und jetzt, Herr Winnemöller?

9.9.14 18:57, kommentieren

Das Schweigen der anderen

Nun beklagt auch Kardinal Marx das Schweigen der muslimischen Autoritäten zum islamistischen Terror (hier). Gleichzeitig versucht Thorsten Schmitz Deutschlands fürchterliches Schweigen zum Antisemitismus zu ergründen (hier). Er fragt sich, weshalb die Trittbrettfahrer, die heute auf Einladung des Zentralrats der Juden ihre wohlfeilen Reden schwingen, nicht selbst aktiv geworden sind, um Aktionen gegen den Judenhass in Deutschland zu organisieren? Auch Marx tritt dort auf. Vielleicht unternimmt er anschließend auch etwas gegen den Antisemitismus in der Kirche (hier)?

14.9.14 12:47, kommentieren

Erlösung macht Selbstläufer

Dass Bischof Oster sich an den kirchenkritischen Ausführungen des Antwerpener Bischofs Bonny zur Ehe-, Familien-  und Sexualmoral stoßen würde, war vorauszusehen (vgl. hier). Doch seine Sprache ist auch diesmal wieder dogmatisch geprägt, was es für den Ottonormalkatholiken vielleicht etwas schwierig macht, den Gedankengängen zu folgen.

"Aber das Stehen Jesu ganz auf der Seite des Einzelnen ist immer verbunden mit der Einladung, der Objektivität seiner Liebe zu antworten. Denn es ist eine Liebe, die nie und nimmer von Glanz ihrer Wahrheit zu trennen ist. Und er lädt ein, sich auf diesen Weg der Heiligung, der Liebe, der Erneuerung einzulassen, damit wir in der Kraft seiner Gnade das unendliche Wahrheits- und Liebeslicht des Vaters als eigentliche Quelle des "Gesetzes" erkennen können - und damit zugleich den eigentlichen Ursprung unseres Gewissens und des mit dem Gewissen korrespondierenden Naturrechts. Oder anders gesagt: Alles Unheil, alle Trennung von Gott, kam durch den Ungehorsam gegen Gott in die Welt. Der Weg zurück zum Vater führt nur über einen Gehorsam aus Liebe in und mit und durch Christus."

Die Objektivität der Liebe und der Glanz der Wahrheit als Quelle des göttlichen Gesetzes, das Ursprung unseres Gewissens und des damit korrespondierenden Naturrechts ist. Puh, jetzt ist alles klar, Herr Bischof!

Ich möchte im Folgenden einige Gedanken zu Osters Ausführungen formulieren. Am besten fange ich wie Oster erst einmal mit einem Statement an?! Ich bin in diesen zentralen Punkten seines Textes anderer Meinung.
 
Mir fällt es zunehmend schwer, diese philosophisch-dogmatischen Vokabeln mit dem in Verbindung zu bringen, was ich im Neuen Testament über Jesus lese. Da steht nichts von Naturrecht, auch der Begriff Objektivität kommt nicht vor und das Gesetz, das dem Bischof offenkundig so wichtig ist, bezeichnen die ältesten Zeugnisse des Neuen Testamentes als etwas, das eben nicht zum Heil führt. Klar, da ist vom jüdischen Gesetz die Rede, aber nirgendwo wird diesem Gesetz ein neues oder alternatives gegenüber gestellt.

„Käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, wäre Jesus umsonst gestorben (Gal 2,21)."
"Daß durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht wird, ist offenkundig; denn: Der aus Glauben Gerechte wird leben (Gal 3,11)."
"Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen (Gal 4,4-5).

Ohne die Gnade Gottes, die sich uns liebend zuwendet, wären wir alle völlig verloren. Gott gibt sich in die Welt hinein, um sich den Menschen zu offenbaren, nach Paulus rettet alleine der Glaube an Jesus Christus. Und der im Glauben Getaufte IST gerettet, unwiderruflich, wie Paulus uns im Korintherbrief klar macht. Zwar wird es einen abschließenden Reinigungsprozess geben, die Basis der Taufe aber bleibt unwiderruflich bestehen.

„Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muß er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch. (1Kor 3, 13-15)“

Auch wenn Oster vom Gegenteil ausgeht, so wird Erlösung dann vielleicht doch für den Getauften zum Selbstläufer, was einen unglaublich entlastenden Effekt hat. Man kann mit dieser Liebe Gottes im Rücken dann ein Leben gestalten, das in der Lage ist, diese Liebe zu verbreiten und weiter zu geben. Keine blockierende Angst und keine Furcht vor Vernichtung halten mich von der Nächstenliebe ab. Ich muss mich nicht zu sehr um mein eigenes Heil sorgen, meine Kräfte können sich voll auf die Mitmenschen konzentrieren. Vielleicht haben wir dann nur eine zerbeulte Kirche, aber eine Kirche bei den Menschen. Die dogmatisch glänzende Idealform hat im Himmelreich ihren Platz, hier unten geht es eben etwas menschlicher zu.

Nehmen wir doch den konkreten Fall, als Jesus einer Ehebrecherin begenet. „Auch ich verurteile dich nicht“, sind seine abschließenden Worte, nachdem er die die Steinigung fordernden Pharisäer mit ihrer eigenen Sündhaftigkeit konfrontiert hat. Der von Oster beschworene strenge Gesetzgeber und Richter, der dem "netten Herrn Jesus" auch inne wohnt, urteilt eben doch nicht, nicht einmal über diejeingen, die sich hier zum Richter über Leben und Tod aufschwingen. Und in diesem Ausdruck seiner unendlichen Liebe, auch dieser Frau gegenüber, eröffnet er die Möglichkeit der abschließend geforderten Umkehr doch erst; eine Umkehr, die in der ihr entgegengebrachte Liebe und nicht in einem Gesetz begründet ist. Jesus fordert nicht Umkehr, bevor er den Menschen erlöst, er verströmt Liebe, die  Glaube und Vertrauen und damit auch Umkehr erst ermöglicht. Eine Kirche, die Umkehr fordert, bevor sie den Menschen in Liebe begegnet, ist völlig auf dem Holzweg.

„Aber Erlösung ist kein Selbstläufer und sie findet nach dem überwältigenden Zeugnis der Schrift nicht ohne unsere Bekehrung statt. Und soweit ich sehe, ist von Bekehrung in dem intensiven Text von Bischof Bonny an gar keiner Stelle mehr die Rede.“

Erlösung findet nach dem einhelligen Zeugnis des Neuen Testamentes durch den Glauben an Jesus Christus statt. Und soweit ich sehe, wird das Nomen Bekehrung in keinem der vier Evangelien benutzt.

Und wenn man vor dem bisher Dargelegten den Umgang der Kirche mit wiederverheiratet Geschiedenen betrachtet, kommt schon ein gewisser Zweifel auf, ob dieser Umgang wirklich ein christlicher ist. Ja, Jesus hat betont, dass die Ehe nicht zu scheiden ist. Doch muss man diese Worte wohl auch im Kontext der Zeit sehen, in der der Mann diese Ehe willkürlich zum existentiellen Nachteil der Frau scheiden lassen konnte. Hier wendet sich Jeus wiederum klar und eindeutig gegen ein Gesetz des Mose! Und ob Jesus den verstoßenen Frauen wohl mit der Verweigerung seiner Nähe begegenet wäre, ist doch sehr fraglich. Doch genau das verordnet die Kirche diesen Menschen, indem sie ihnen die Sakramente verwehrt.

In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens bemerkenswert, wie mit Priestern umgegangen wird, die Ihrem Weiheversprechen nicht mehr treu bleiben können und in den Laienstand versetzt werden, etwa um zu heiraten. Die werden jedenfalls nicht von den Sakramenten getrennt, obwohl sie als Bräutigam mit der Braut Kirche sozusagen eine geistliche Ehe eingegangen sind, die sie nun aufkündigen. Das Priesteramt ist wohl im Vergleich zur Ehe der folgenlosere Weg...

5 Kommentare 15.9.14 18:54, kommentieren

Stürmische Zeiten

Franzikus gelingt es immer mehr, das Schiff Kirche aus dem sicher ummauerten Hafen heraus auf's offene Meer zu steuern, damit das Schiff wieder in entlegene Gegenden der Welt segeln kann, wo es gebraucht wird. Das ist zwar nicht ganz ungefährlich, es ziehen nämlich heftige Stürme auf, und das über viele Jahrzehnte auf Hochglanz polierte Schiff wird nicht ohne Schrammen und Beulen bleiben, doch Franziskus setzt auf die Zusage Gottes, dem Schiff auf all seinen Routen immerfort beizustehen.

Und so segelt Franziskus dahin, das erste große Ziel, die Insel Malta, fest im Visier. Von dort aus soll die weitere Reise geplant werden. In einer großen Offiziersversammlung soll über die Auswahl der Fracht für die Menschen an der Rändern der Welt entschieden werden. Doch noch bevor das Schiff die Insel erreicht, riecht es auf dem großen Segler ein wenig nach Meuterei (vgl. hier). Der erste Offizier hat sich mit vier weiteren Offizieren zusammen getan und Kapitän Franziskus das Ergebnis der auf der Insel anstehenden Planung schriftlich mitgeteilt (hier).

Was der Kapitän davon hält, kann man vielleicht an seiner Maßnahme ablesen, einen der fünf Diskussionsunwilligen dauerhaft auf der Insel zurückzulassen (hier).

2 Kommentare 18.9.14 18:19, kommentieren

Endlich wieder Opfer

Endlich darf sich der (rom-)treue Katholik wieder in der Rolle des Opfers fühlen! Vorbei die Zeiten, da Missbrauch und Geldverschwendung ihn eher als Täter zeigten, man ist wieder da, wo man als Christ glaubt stehen zu müssen, im Zirkus vor den Löwen.

In Zeiten, in denen es nach Papst Franziskus mehr christliche Märtyrer gibt als zu Beginn der Kirche, weil Christen tatsächlich wieder mit dem Tode bedroht werden, möchte man auch in Deutschland etwas vom Image des Märtyrers abhaben. Und tatsächlich, beim Marsch für das Leben, der am Wochenende in Berlin stattfand, wurde man von Gegendemonstranten angerempelt und beschimpft, das ist doch mal ein Anfang.

Und schon läuft die Propagandamaschinerie auf den einschlägigen Internetportalen und Blogs auf Hochtouren und auch Kaiser Nero ist schnell benannt (vgl. hier). Josef Bordat sieht die Christen schon in einer Linie mit Juden und zu Unrecht diffamierten Nazis als die Prügelknaben der Nation (hier), ne Nummer kleiner ging es wohl nicht?!

Naja, mir fiel zu dieser Geschichte eine ganze Menge ein, doch würde ich mich wiederholen. Deshalb vielleicht nur ein Link zu einem älteren Text, der sich mit Martin Lohmanns (Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht) Fernsehauftritt bei "Hart aber Fair" auseinander setzt (hier). Dass homosexuell veranlagte Menschen sich von einer solchen Rhetorik angefeindet fühlen, ist wohl offensichtlich, spricht Lohmann ihnen zwar nicht das Lebens- aber doch das Liebesrecht ab. Eine Woche später spricht er sich dann bei Günther Jauch auch noch gegen eine Pille danach für Vergewaltigungsopfer aus. Wer solche Reden schwingt, muss sich über Gegenwind nicht wundern! Dem berechtigten Anliegen gegen Abtreibungen und aktive Sterbehilfe Stellung zu beziehen, dient das alles sicher nicht, weil Anfeindungen nicht den Dialog fördern, sondern Anfeindungen.

4 Kommentare 22.9.14 18:46, kommentieren