Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

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Die Guten unter sich

kath.net verlinkt auf die Hetzseite "Die Achse des Guten". Dort empört sich Katharina Szabo über den brutalen Mord der Taliban an unschuldigen Kindern, um im Folgenden die Pegida-Demonstranten als wahre Freiheitskämpfer dem ganzen verlogenen Journalisten- und Politiker-Pack, die nur reden, sich aber für das Morden und Töten der Islamisten nicht interessietren, gegenüber zu stellen.

"Da kämpft man gegen herbei halluzinierte Nazis in Dresden, während tausende Kinder jeden Tag schreiend und elendig verrecken. Massakriert von der Hand jener Mörder, für die Ihr in Wahrheit klammheimlich schwärmt wie pubertierende Backfische für Rockstars. Wie Ihr sie entschuldigt, die säbelrasselnden Unmenschen mit ihrem Hass auf Juden, Christen, Amerikaner und den Westen, wie Ihr jede Kritik an einer gnadenlosen Ideologie als ‚Islamophobie‘ ersticken wollt."

Kleiner Schönheitsfehler der brillianten Hetze ist allerdings die Tatsache, dass die Opfer in Pakistan, auf die die Dame ihre Argumentationskette aufbaut, gar keine Christen, Juden oder Amerikaner waren... Es waren Muslime. Und dann stellt sich auch die Frage, was Flüchtlinge und Muslime in Deutschland, gegen die Pegida demonstriert, mit den Mördern in Pakistan und dem Irak zu tun haben? Die Muslime, die ich kenne - und das sind eine ganze Menge - verurteilen das Morden der Islamisten auch auf das Schärfste.

Mir graut vor diesen gefährlichen Schreibtischtätern.

5 Kommentare 18.12.14 05:59, kommentieren

Der katholische Pegida-Mob

Der Bamberger Bischof Schick erfreut sich normalerweise einer offenkundigen Beliebtheit auf kath.net. Seine aktuelle Stellungnahme zu den Pegida-Demonstrationen bringt Noe und seine Truppe allerdings nicht (um 15 Uhr dann doch, wenn auch sehr verspätet). Dabei ist sie sehr eindeutig (ganzes Interview hier):

"Das [Pegida] besorgt mich sehr, ich habe auch dazu aufgerufen, dass wir uns von Pegida distanzieren. Dort sind solche diffusen Vorstellungen, Rassismus, Nationalismus, aber auch diffuse Ängste, all das muss analysiert werden, da darf man nicht in einer pauschalen Verurteilung, Beurteilung stecken bleiben. Christen dürfen da nicht mitmachen. Wir wollen uns mit den Problemen, die es gibt, beschäftigen, aber nicht in einer Situation und in einem Umfeld von diffusen Ängsten und Radikalisierungen, die in Pegida eine Rolle spielen."

Da spricht ein Bischof gerade heraus Klartext, etwas, was man auf kath.net ununterbrochen von Bischöfen einfordert, und dann wird diese wichtige Botschaft unterschlagen. Warum nur? Christen dürfen da nicht mitmachen! Deutlicher geht es doch kaum.

Vielleicht könnte es daran liegen, dass kath.net-Ikone Noe ein glühender Verteidiger der Pegida ist, wie ich bereits mit dem gestrigen Beitrag verdeutlichen wollte. So twitterte (hier und hier) kath.net zum Kommentar von Katharina Szabo: "Katharina Szabo trifft es mit 'scheinheiliges Pack' wirklich sehr gut!" Und in extra großen Lettern: "Mir graut vor euch, scheinheiliges Pack!".

Man kann Justizminister Heiko Maas nur zustimmen, Pegida ist eine "Schande für Deutschland". Für Christen ist es eine Bankrotterklärung. Sascha Lobo kommt in seiner Kolumne auf spiegel online zu dem Ergebnis, dass Pegida "ein Symptom für die jahrzehntelange Verleugnung von Ressentiments quer durch die Gesellschaft" (hier) sei. Dem kann man nur zustimmen und es eins zu eins auf die Rechtskatholiken übertragen, die da auf kath.net und anderswo kräftig mitverleugnet haben. Unter den Augen und mit der Unterstützung sehr vieler Bischöfe, für die man sich nur schämen kann. Wenn Bischof Schicks Worte nicht nur leeres Geschwätz sind, dann kann man hoffen, dass endlich einmal etwas gegen die Hetze der Pegida-Katholiken unternommen wird!

3 Kommentare 19.12.14 06:46, kommentieren

Die Ideologie hinter den Gummipunkten

Hubert Gindert vom Forum Deutscher Katholiken rührt kräftig die Werbetrommel für Pegida und die AfD (hier). Dabei scheut er sich nicht, auf widerwärtigstes Nazivokabular zurückzugreifen. Hier offenbart sich die wahre Geisteshaltung dieser Hetzer.
 
Informiert man sich einmal über den von Gindert und Pegida verwendeten Begriff der "Überfremdung" (z.B. hier), kann man ein historisches Déjà-vu erleben. Hinter den seidenweichen Formulierungen der Pegida-Agenda steckt kanllharter Rassismus.

Ein wesentlicher Kritikpunkt der Pegida, der auch bei Gindert eine zentrale Rolle spielt, ist die Krtik an den sogenannten Mainstreammedien, die das Volk zu manipulieren suchen.

"Wie unliebsame Vorgänge, die nicht dem Mainstream entsprechen, totgeschwiegen werden, wurde bereits oben gestreift. Die Medien spielen sich gerne als Wächter der Freiheit und der Rechte der Schwachen und der 'Kleinen Leute' auf. Tatsächlich war ihre Berichterstattung von den Sorgen der Menschen abgehoben und staatskonform."

Im Wikipedia-Artikel zur Entstehung des Begriffes der Überfremdung wird auf Heinrich von Treitschke verwiesen:

"Deutliches Zeichen für das Vordringen dieser Haltung [das eigene Volkskollektiv gegen  fremde Einflüsse zu behaupten] in bürgerlichen und akademischen Schichten war der Berliner Antisemitismusstreit. In dem Aufsatz 'Unsere Aussichten' sprach Heinrich von Treitschke vom 'fremden Volksthum' eines polnischen 'Judenstammes', der 'dem europäischen und namentlich dem germanischen Wesen ungleich fremder gegenüber' stehe als andere Minderheiten. Auch viele eingebürgerte Juden seien 'Deutsch redende Orientalen'. Sie missbrauchten ihre angebliche Vorherrschaft über die Presse zum Verleumden des Christentums und des Patriotismus."

Eine weitere zentrale Forderung der Pegida ist die Überarbeitug des Asylrechtes, so als ob gerade Deutschland eine Masse an Asylanten aufnehmen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Aber darum geht es hier nicht. Es geht um Ginderts Sprache.

"Die Demonstranten sprechen sich gegen eine Überfremdung unseres Landes durch Einwanderung und Asylanten aus. Hier ist zunächst zwischen Flüchtlingen, die in ihren Heimatländern an Leib und Leben bedroht sind und den Einwanderern, die aus wirtschaftlichem Interesse nach Deutschland gehen und auf Dauer bleiben wollen, zu unterscheiden. Im ersten Fall gilt die Asylpolitik. Wenn Asyl missbraucht wird, ist dagegen einzuschreiten."

Offenkundig kennt Herr Gindert eine Masse an Asylanten, die ihre Heimat aus Jux und Dollerei verlassen, vermutlich, weil sie scharf auf einen tollen deutschen Flüchtlingsknast sind?!

Im Wikipedia-Artikel heißt es zur Etablierung des von den Nazis erfunden Begriffs der "Überfremdung" weiter:

"Die NSDAP machte die Abwehr einer angeblichen jüdischen und ausländischen Überfremdung von Beginn an zu einem Hauptziel. Ihr 25-Punkte-Programm von 1920 schloss Juden von vornherein aus der 'deutschen Volksgemeinschaft' aus. Eine Fremdengesetzgebung für alle Nichtdeutschen, die Ausweisung aller Ausländer bei Versorgungskrisen, die Entlassung von Nichtstaatsbürgern aus allen Staatsämtern usw. wurden als Parteiziele beschlossen. [...] Mit der Gründung der NPD 1964 tauchte auch der Begriff [der Überfremdung] wieder in politischen Debatten auf: stets in einem ausländerfeindlichen Zusammenhang, z. B. als Ablehnung von Gastarbeitern mit der Forderung „Deutsche Arbeitsplätze nur für Deutsche."

Nun soll nicht verschwiegen werden, dass Gindert am Ende seines Artikel dann auch Kritik an Pegida formuliert, wenn er nach der Bereitschaft der Demonstranten, deutsche Kinder in die Welt zu setzen, fragt.

"Haben sich die Demonstranten, die über eine Überfremdung unseres Landes besorgt sind, schon einmal gefragt, ob sie nicht selber dazu beigetragen haben? –  Das mag ja politisch völlig unkorrekt sein, aber das Problem der fehlenden Kinder kann nicht durch noch so gut gemeinte Parolen [!!!] wegdemonstriert werden."

Noch einmal Wikipedia: "Die Rede von „Überfremdung“ ist heute ein Standardmotiv im europäischen Rechtsextremismus. Es bildet neben Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus eine tragende Säule rechtsextremer Ideologien. Theoretische Basis ist oft ein Ethnopluralismus, der vorgibt, die Eigenart verschiedener Völker wahren zu wollen und daraus u. a. Forderungen nach Aufhebung des Asylrechts und Abschiebung bzw. Ausweisung ableitet. Diese Ziele verfolgen auch Sammlungsversuche des deutschen rechtsextremen Lagers, so zeitweise die Deutsche Liga für Volk und Heimat."
 
Und das sind doch die Themen hinter den weichgespülten Formulierungen der Pegida-Agenda: Abschiebung, verschärftes Asylrecht, Ausweisung. Und alles zur Verteidigung des Deutschen (Katholiken, was heißt noch katholisch, Herr Gindert?).

Kein Wunder also, dass das Forum DEUTSCHER Katholiken mit Konrad Löw auch einen Geschichtsrevisionisten in den Reihen hat. Und für eine solchen Verein stehen Kirchenmänner wie Karinal Müller, Kardinal Meisner und Kardinal Cordes im Kuratorium gerade. Unfassabar!
 
So verwundert es dann auch nicht, dass sich gerade die Juden in Deutschland von diesen Pegida-Hetzern distanzieren und den Muslimen zur Seite springen (hier). Die haben verstanden!

5 Kommentare 21.12.14 08:05, kommentieren

Pegida! Jetzt auch in NRW

In Bonn gibt es jetzt die Bogida, organisiert von Pro NRW (hier), einer rechtsextremen Partei. Auf dem Christlichen Forum (hier) wird diese Veranstaltung beworben.
 
Im Unterschied zu Dresden gibt es in Bonn tatsächlich viele Ausländer und Muslime, so dass sich hier läppische 150 Demonstranten sammelten. Es ist vielleicht von Vorteil, wenn man das Fremde kennt und nicht einfach nur seinen dumpfen Ängsten nachgibt?!

4 Kommentare 22.12.14 12:33, kommentieren

Muslimische Weihnachtslieder im Koran

Und gedenke auch im Buche der Maria. Da sie sich von ihren Angehörigen an einen Ort gen Osten zurückzog. Und sich vor ihnen verschleierte, da sandten wir unsern Geist zu ihr, und er erschien ihr als vollkommener Mann.

Sie sprach: "Siehe, ich nehme meine Zuflucht vor dir zum Erbarmer, so du ihn fürchtest."

Er sprach: "Ich bin nur ein Gesandter von deinem Herrn, um dir einen reinen Knaben zu bescheren."

Sie sprach: "Woher soll mir ein Knabe werden, wo mich kein Mann berührt hat und ich keine Dirne bin!"

Er sprach: "Also sei's! Gesprochen hat dein Herr: "Das ist mir ein Leichtes"; und wir wollen ihn zu einem Zeichen für die Menschen machen und einer Barmherzigkeit von uns. Und es ist eine beschlossene Sache."

Und so empfing sie ihn und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück. Und es überkamen sie die Wehen an dem Stamm einer Palme.

Sie sprach: "O dass ich doch zuvor gestorben und vergessen und verschollen wäre!"

Und es rief jemand unter ihr: "Bekümmere dich nicht; dein Herr hat unter dir ein Bächlein fließen lassen; Und schüttele nur den Stamm des Palmbaums zu dir, so werden frische reife Datteln auf dich fallen. So iss und trink und sei kühlen Auges, und so du einen Menschen siehst, so sprich: "Siehe, ich habe dem Erbarmer ein Fasten gelobt; nimmer spreche ich deshalb heute zu irgend jemand."

Und sie brachte ihn zu ihrem Volk, ihn tragend. Sie sprachen: "O Maria, fürwahr, du hast ein sonderbares Ding getan! O Schwester Aarons, dein Vater war kein Bösewicht und deine Mutter keine Hure."

Und sie deutete auf ihn. Sie sprachen: "Wie sollen wir mit ihm, einem Kind in der Wiege, reden?"

Er sprach: "Siehe, ich bin Gottes Diener. Gegeben hat er mir das Buch, und er machte mich zum Propheten. Und er machte mich gesegnet, wo immer ich bin, und befahl mir Gebet und Almosen, solange ich lebe, und Liebe zu meiner Mutter; und nicht machte er mich hoffärtig und unselig. Und Frieden auf den Tag meiner Geburt und den Tag, da ich sterbe, und den Tag, da ich erweckt werde zum Leben!"

Dies ist Jesus, der Sohn der Maria - das Wort der Wahrheit, das sie bezweifeln.

9 Kommentare 23.12.14 22:24, kommentieren

Pervertierungen des christlichen Kreuzes

Wie war das noch? Ist Gott für die Deutschen Mensch geworden und hat sich für Deutsche ans Kreuz schlagen lassen (hier)? Oder haben sich die Deutschen kreuzigen lassen, weil sie einen Menschen zum Gott gemacht haben (hier)? Wir leben in einer Zeit, in der Verunsicherung herrscht... Mir scheint, beide Kreuze taugen nicht.

2 Kommentare 27.12.14 19:52, kommentieren

Gandalf vs Potter

Der große weiße Zauberer Gandalf lässt seine Schergen gegen die aufstrebende Konkurrenz aus dem nördlichen Nevrast ziehen. Einer der großen Adler hat Gandalf die Nachricht geflüstert, dass sich im Reiche Hogwarts auch solche befänden, die ihresgleichen Geschlechtes liebten (hier). Doch Mittelerde soll so weiß wie Gandalfs Zauberumhang werden, und dazu muss das Widernatürliche zurück in den Schlund des Schicksalsberges gestoßen werden.
 
Eine große Aufgabe, die Gandalf da bevorsteht, zumal er für deren Erfüllung auf seine Zauberkräfte verzichten muss. "Die positive Darstellung okkulter und magischer Praktiken" hat Gandalf nämlich, nachdem er in den Tiefen Morias getauft wurde, als satanische Kräfte erkannt. Nun gilt es die Zaubererbrut aus dem Norden mit sauberen Mitteln zu schlagen. Es bleibt also spannend!

2 Kommentare 29.12.14 10:00, kommentieren