Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

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Für Vertriebene und gegen Flüchtlinge

Klaus Kelle gibt der CDU nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern auf kath.net ein paar Tipps, wie sie mit "christlicher" Politik die abtrünnigen AfD-Wähler zurückgewinnen könnte: Gegen Zuwanderung, gegen Islam, gegen Schwule, gegen Gender, gegen Multikulti!
 
Stattdessen: Für den Marsch für das Leben (das Leben der obigen Gruppen sicherlich einmal ausgenommen), für Vertrieben (also Deutsche, muslimische Flüchtlinge kann er ja nicht meinen), für Mittelständler, für Landfrauen, für Katholiken.

Ein schönes Beispiel dafür, was Rechtskatholiken als "christlich" begreifen. Man kann sich nur wünschen, dass diese Leute irgendwann aufwachen und ihre Menschenverachtung vor ihrer Rückkehr in die C-Partei bei der AfD lassen.

1 Kommentar 5.9.16 18:38, kommentieren

Überflüssiges

In der Diskussion um die Frage, inwiefern es angemessen ist, dass sich der Papst emeritus trotz seiner Ankündigung, die Öffentlichkeit zu meiden und die Kirche betend zu begleiten, nun in einem Interviewbuch zu Wort meldet, war ich bislang der Meinung, dass Franziskus ihm diesen Weg eröffnet hat und dies auch völlig in Ordnung ist.

Wenn ich nun aber sehe, welch traurige Inszenierung Gänswein und Seeberg bei den Buchvorstellungen veranstalten, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Was soll die völlig überflüssige Kritik an der Kirche in Deutschland? Sind die Aussagen Benedikts schon grenzwertig, ist das Gekeife von Gänswein und Seewald ein unwürdiges Spektakel. Die Formulierung "getroffene Hunde bellen" oder Kardinal Kasper und Hans Küng als "Gegner und Nichtfreunde" Benedikts zu bezeichnen, stiftet doch nur Unfrieden und reißt Gräben wieder auf. Was soll das? Wenn man theologisch unterschiedliche Positionen bekleidet, muss man doch nicht von "Gegnern und Nichtfreunden" sprechen.

Und die deutsche Kirche muss sich vor dem Hintergrund, was sie in der Flüchtlingskrise leistet, sicher nicht schämen. Wo ist die Kritik an den katholischen Vorzeigestaaten nach Benedikts Fasson, die sich gegen Flüchtlinge abschotten? Oder gehört Nächstenliebe nicht mehr zum christlichen Wertekanon?

Und inwiefern der Umgang mit Hans Küng tatsächlich als Schutz durch Benedikt verstanden werden kann, wird wohl auch Gänsweins Geheimnis bleiben.

13.9.16 19:02, kommentieren

Überflüssiges II

Tja, jetzt musste kath.net wohl die Gegendarstellung von Kardinal Kasper drucken, der sich gegen den Begriff des "Gegners" wehrt und Gänswein im Grunde der Falschaussage bezichtigt (er formuliert es natürlich netter). Der Kommentarbereich bleibt gesperrt, der kath.net-Mob wäre wohl kaum noch zu bändigen.

Ist es das, was Benedikt sich von seinen "letzten Gesprächen" wünscht, eine Schlammschlacht? ich kann es mir nicht vorstellen. Er hat offensichtlich nach wie vor kein gutes Händchen bei der Auswahl seiner Vertrauten...

14.9.16 17:22, kommentieren