Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

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Demos gegen alle

Birgit Kelle wundert sich auf kath.net über das Ausbleiben von Demonstrationen  friedlicher Muslime gegen den Terrorismus ihrer islamistischen Mitbrüder und wagt die These, dass Millionen von Christen auf die Straße gehen würden, wenn jemand im Namen Jesu unschuldige Menschen töten würde.

Vielleicht sind meine Recherchekünste nur eingeschränkt, aber bisher habe ich im Internet von Frau Kelle keine Aufrufe zu Demonstartionen gefunden, als der amerikanische Präsident Bush zum Kreuzzug gegen den Terror aufrief, in den Irak einmarschierte und tausende von unschuldigen Menschen starben. Dabei liegt es der Dame durchaus Demos zu organisieren oder an ihnen teilzunehmen. Wenn es gegen Gender oder Schwule geht, dann ist sie in der Regel ganz vorne dabei.

Aber vielleicht tu ich ihr auch Unrecht und sie war 2001 auch auf der Straße gegen Bush...

7.6.17 10:38, kommentieren

Die wahren Freunde des Papstes

Zur Zeit kann man im vatikanischen Haifischbecken eine spannende Beobachtung machen. Kritik an Benedikt XVI  nennt Kardinal Sarah diabolisch, Kritik an Franziskus ist nach Kardinal Müller offensichtlich ein Zeichen wahrer Freundschaft, wenn er meint, dass die wahren Freunde des Papstes nicht jene wären, "die ihm schmeicheln".
 
Es wundert mich immer weniger, dass Franziskus nach seiner Papstwahl ein anderes Aquarium bewohnen wollte. Apropos "diabolisch"... Wer den Leibhaftigen nicht als gehörnten Ziegenpeter mit Hinkebein glaubt, der hat umgehend die Inquisition aus Linz an der Backe (hier und hier). Trifft man einen Jesuiten, trifft man alle... ein diabolischer Gedanke?

10.6.17 13:43, kommentieren

Wen trifft die Härte des Herrn?

Kardinal Sarah meint, dass man homosexuell orientierte Menschen erniedrige, wenn man ihnen ein Leben in Keuchheit nicht zutraue. Vielleicht sollte man ihm einmal das Buch seines ehemaligen Kollegen aus der Glaubenskongregation, Krzysztof Charamsa, anempfehlen, dann kann er sich einmal ein Bild davon machen, was genau diese Menschen erniedrigt, nämlich ein kirchliches System, das sie zu enthirnten Klonen macht, die gezwungen werden, ihre eigene Sexualität zu verdrängen.
 
Ich frage mich sowieso, weshalb ein Kardinal nach einem weltweiten Missbrauchsskandal meint, sich zum Thema Homosexualität in dieser Weise äußern zu müssen, wenn klar ist, dass die meisten Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche Jungs waren?! Selbst bei der kirchlichen Elite scheint das Konzept der Enthaltsamkeit also mehr Schaden anzurichten, als dass es hilft.

Weshalb gerade ein Kardinal aus Afrika das Thema aufgreift, ist mir schließlich völlig schleierhaft, sollte er sich doch eher darum kümmern, dass Homosexuelle auf seinem Kontinent nicht mehr verfolgt, bestraft und gefoltert werden. Dann hätte er die harten Worte des Herrn wirklich verstanden, die richten sich nämlich in ihrer Härte selten gegen Opfer, fast immer aber gegen religiöse Gesetzeslehrer und Eliten, Herr Kardinal!

18.6.17 16:27, kommentieren