Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Bischof Oster auf Zuckerentzug

Von seiner theologischen Ausrichtung ist Jugendbischof Oster ein Greiser, ein Mann vergangenener Tage, der in Polen, wo die kirchlichen Uhren noch um einige Jahrzehnte nachgehen, besser aufgehoben wäre als in Deutschland. Bei seinem Antrittsbesuch vor dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend wirft er dem Verband vor, ein Evangelium light zu vertreten. Was ist seine Kritik?

Engagement für Flüchtlinge und gegen Rassismus seien zwar löblich, und auch die demokratische Beteiligungskultur sei begrüßenswert, aber man sei zuerst einmal Kirche und nicht Politik. Der Jesus, der in der "Theologie der Verbände" zum Vorschein komme, sei eine Karikatur, viel zu nett.

Und natürlich blieb es nicht nur bei der Kritik des Vorhandenen, Oster zeigt auch auf, wie er sich eine Korrekktur hin zum wahren Evangelium vorstellt: Mehr beten und gegen Abtreibung demonstrieren.

Statt wirklich zu helfen, also demonstrieren, statt hinaus in die Welt zu gehen, also beten. Vielleicht so wie im Gebetshaus zu Augsburg, mit einer spektakulären Show, da fand Oster zumindest keine kritischen Worte. Das also ist Osters Vorstellung von Evangelium?

Aus meiner Sicht könnte Oster vom BDKJ lernen, seine eigene Lightversion zu überdenken und das zu tun, was Jesus und die Apostel taten: Hinausgehen in die Welt und die frohe Botschaft eines "netten" Gottes verkünden, der seinen Himmelsthron verlässt und sich die Mühe macht,  als (mit-) leidender Mensch zu den Ärmsten der Armen zu gehen. Die nennt man heute z.B. Flüchtlinge oder auch Frauen in Konfliktsituationen. Denen kann man übrigens auch tatkräftig helfen, dazu bedarf es auch gar keiner großen Demonstration!

Die Süße des Evangeliums kann Oster sich aber auch auf anderem Wege besorgen: Papst Franziskus verteilt sie gerade auf beeindruckende Weise in Fatima (vgl. hier).

13.5.17 10:01

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