Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Das Weihnachtsevangelium nach kath.net

Die Angst im rechtskatholischen Milieu, Jesus könnte tatsächlich mit seiner Familie auf der Flucht gewesen sein, so dass man auch heute Flüchtlingen mit Nächstenliebe begenen müsste, steigert sich so langsam ins Wahnhafte. Nun versucht ein Dr der Wasweißich auf kath.net den unumstößlichen Beweis zu führen, dass Jesus kein Flüchtlingskind war. Der konservative Weihnachtsmuff scheint so wohl gerettet, nach der Mette haut man sich die Wampe voll und stößt auf das weiße Kindelein unter glitzerndem Lametta an. Dann mal Prost!
 
Damit ein solches Weihnachten gelingen kann, wird kurzerhand das fluchtfreie  Lukasevangelium gegen das Flüchtlingsevangelium nach Matthäus als das wahre Weihnachtsevangelium in Stellung gebracht. Anschließend wird die Matthäusversion in einer wahnwitzigen Interpretation entfluchtet, so dass niemand auf die Idee kommen kann, die dargestellte "Reise" wäre mit der Flucht heutiger Menschen zu vergleichen. Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen muss.

"Es ging damals um eine ganz konkrete persönliche Bedrohung und nicht um wirtschaftliche, kulturelle oder religiöse Motive. Die Reise von Jesus, Maria und Josef erfolgte auch bloß über die nächste Grenze. Die heutige Massenmigration erstreckt sich hingegen über Kontinente und es migrieren kaum Familien, sondern vor allem junge Männer - aus wie gesagt gänzlich anderen Motiven."

Und anschließend geht es für die heilige Familie zurück nach Judäa. Und ich dachte immer, die hätten sich in Galiläa aufgehalten. Was man bei rechten Bibelverdrehern nicht so alles lernen kann?!

29.12.17 14:56

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