Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Ein Missbrauchsskandal

Nachdem kath.net wieder fleißig mit der Jungen Freiheit wirbt, nehmen auch tendenziöse und homophobe Artikel wieder deutlich zu. So wird heute von zwei homosexuellen Vätern berichtet, die sich von einer russischen Leihmutter ein Kind haben austragen lassen, um dieses später zu missbrauchen und einem Pädophilenring zur Verfügung zu stellen.

Offensichtlich ist man der Meinung, dass es sich hier um ein Paradebeispiel für den Zusammenhang von Homosexualität und Pädophilie handelt, um damit die grundsätzliche Ablehnung der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare zu begründen. So heißt es am Ende des Beitrags:

„Im Juni 2013 beschloss die russische Duma ein Gesetz, das die Adoption russischer Kinder durch homosexuelle Paare verbietet. Einzelpersonen, die Bürger eines Landes sind, in dem es die Homo-Ehe gibt oder die in einem dieser Länder ihren dauernden Wohnsitz haben, ist es ebenfalls untersagt, russische Kinder zu adoptieren. Die russische Regierung überlege, das Adoptionsrecht weiter zu verschärfen um Fälle wie diesen zu verhindern, sagte Pawel Astakhow, der Ombudsmann für Kinderrechte in Russland gegenüber RT Novosti.“

Es geht also bei der Frage der Adoption offensichtlich nicht mehr darum, ob sich ein Kind am besten entwickelt, wenn es einem Vater und eine Mutter hat, vielmehr wird angedeutet, dass man das Kind vor sexuellen Übergriffen homosexueller Elternteile beschützen müsse!

Allerdings musste man für dieses grausame Beispiel um die halbe Welt reisen, der Fall trug sich in Australien zu. Hierzulande weiß man, dass die meisten Missbrauchsfälle in den Familien stattfinden, durch verwandte oder bekannte Täter. Und diese Familien bestehen vermutlich zu 99,99999 % nicht aus homosexuellen Paaren. Das weiß natürlich auch kath.net, war man sich doch beim kirchlichen Missbrauchsskandal nicht zu schade dafür, genau mit diesem Argument - dass der Missbrauch in Familien viel dramatischer ist - von den Problemen in der Kirche abzulenken (z.B. hier). Um aber der Homophobie zu frönen, ist man gerne einmal mal auf der einen Hirnhälfte taub…

Letztendlich macht kath.net genau das, was man den Medien in Bezug auf die Berichterstattung über die Kirche vorwirft, man verallgemeinert auf der Grundlage von Einzelfällen.

8.7.13 17:06

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