Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

männerdominikanischer Blödsinn

Ok, katholisch.de will mit seinen Standpunkt-Kommentaren zu Diskussionen anregen. Da darf dann auch schon einmal etwas provokant formuliert werden. Was da allerdings heute von Junge-Freiheit-Werbeträger Professor Ockenfels kommt, hätte man sich vielleicht doch besser erspart.

Es gehöre heutzutage mehr Mut dazu, sich zu seiner Kirche zu bekennen als seine Homosexualität zu outen, so die erste stramme These des medienerprobten Dominikaners. Fragt sich, weshalb es dann so wenige Homosexuelle in der katholischen Kirche gibt, die sich zu ihrer Neigung bekennen? Auch Nachbarblogger Geistbraus fragte deshalb vor ein paar Tagen etwas naiv, weshalb das überhaupt so sei. Eine Frage, die er vielleicht einmal an den guten Professor richten sollte, der ihm aber auch in seinem Kommentar schon den ersten Ansatz einer Antwort gibt: „Eine alte Sünde wird nicht zum neuen Sakrament.“

So einfach ist das hinter verbarrikadierten katholischen Mauern. Der Jubel homosexueller Medien über Franziskus dringt dort nicht hin. Da geht man glatt vom Gegenteil aus, weil man nur in eine Richtung denken kann, und unterstellt diesen Menschen „Enttäuschung“ über den  neuen Papst.

Mutlos ist nicht das Outing eines Homosexuellen, schon gar nicht, wenn er gläubiger Christ ist oder sogar ein geistliches Amt bekleidet. Mutlos ist das Widerkäuen immergleicher Phrasen, um sich den vorprogrammierten Jubel bestimmter homophober und rechtskonservativer Kreise zu sichern. Deshalb wäre dieser Kommentar wirklich besser bei der Jungen Freiheit und nicht auf katholisch.de erschienen.

Den fanatisierten Fans einer männerdominierten Welt wird man einmal ihre aggressiven Ausfälle abtrainieren müssen.  

Mein Vorschlag zur Güte: Man lasse jeweils Lesben, Schwule, bi-, trans-, inter- und vielleicht auch noch heterosexuelle Gläubige zuerst gegen-, dann miteinander antreten, um den besten Gottesdienst zu ermitteln. Natürlich nach Regeln der Missionsleistung, der Fairness und nicht der Quote. Vor allem lasse man den ganzen Sexismus-Blödsinn sein und beende die diskriminierende Apartheid zwischen Männern und Frauen in der Kirche.

14.1.14 14:17

Letzte Einträge: Die wahren Freunde des Papstes, Familie, Gott und Vaterland, Es ist schlecht, eine Horrormeldung nicht Horrormeldung zu nennen, Wissen, wie der Osterhase läuft, Mary can do it, Lass uns nicht in Versuchung geraten

bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


SchafVomHirten (14.1.14 15:19)
Wo Ockenfels Recht hat, da hat er Recht.


Geistbraus / Website (15.1.14 10:13)
es ist ja immer wieder lustig, wie meine Beiträge hier rezipiert werden.

Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo die Frage gestellt zu haben, "weshalb das überhaupt so sei". Das wäre tatsächlich naiv. Stattdessen habe ich nebenbei eine Antwort darauf gegeben - es läge nämlich an der "Mischung aus Angst, Uninformiertheit, Unreife, Bequemlichkeit und Verschüchterung". Ob Sie mir da wirklich widersprechen wollen?

Aber vielleicht muss ein kritischer Katholik die Artikel der Gegenseite ja nicht so genau lesen, bevor er sie verlinkt...


Volker Schnitzler (15.1.14 12:00)
Sie brauchen nur die Instruktion von 2005 zu lesen, dann stehen Ihnen die wirklichen Antworten zur Verfügung. Hier der Link

http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccatheduc/documents/rc_con_ccatheduc_doc_20051104_istruzione_ge.html


Geistbraus / Website (15.1.14 13:29)
was für Antworten? Ich habe nichts gefragt (wie ich mich bereits bemühte, in meinem vorigen Kommentar auszuführen...)


Volker Schnitzler (15.1.14 18:06)
Na die, die Sie in Ihrem Kommentar oben noch einmal wiederholt haben ;-)

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen