Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Von Pilgern und Kreuzrittern

Nach der beeindruckenden Nahost-Reise des Papstes, die er zusammen mit einem jüdischen und muslimischen Freund angetreten war, um eine Botschaft des Friedens in den Konfliktherd der monotheistischen Religionen zu senden, hält der Kreuzknappe es für geboten, eine Karikatur zu verlinken, die einem friedlichen katholischen Priester einen säbelschwingenden Islamisten gegenüber stellt (hier). Das war wohl vor dem Erfolg der päpstlichen Friedensmission dringend nötig! Nicht, dass sich noch wirklich etwas zum Besseren entwickelt, das wäre ja furchtbar, müsste man doch die eigenen Vorurteile überdenken.

Katholisches.info schlägt erwartungsgemäß in die andere Richtung. Hier werden die Juden als Gottesleugner dargestellt, die einer überholten und ungültigen Religion anhängen (hier).

Friede hin, Toleranz her, Wahrheit bleibt Wahrheit! Was wären die Welt nur ohne unsere katholischen Kreuzritter?... Wahrscheinlich etwas besser ...

27.5.14 08:51

Letzte Einträge: Die wahren Freunde des Papstes, Familie, Gott und Vaterland, Es ist schlecht, eine Horrormeldung nicht Horrormeldung zu nennen, Wissen, wie der Osterhase läuft, Mary can do it

bisher 16 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Schaf_schwarzes (27.5.14 13:38)
Die Karikatur, die der Kreuzknappe verlinkt hat, trifft sicher auf einige hüben wie drüben zu. Karikaturen wollen ja auch nicht differenzierte Bilder zeichnen, sondern punktuell übertreiben.

Bei katholisch.info wird ein Bericht von Theodor Herzl über die Begegnung mit Papst Pius X. 1904 zitiert.
Daß Pius X. eine etwas andere Einstellung zu den Juden hatte als Franziskus sollte dabei nicht überraschen.

"Katholische Kreuzritter" hin "Katholische Kreuzritter" her – Die Welt wird jedenfalls nicht besser durch Wischiwaschi-Konsens, sondern nur durch die Wahrheit. Durch die Wahrheit dessen, der gesagt hat, daß er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.


Volker Schnitzler (27.5.14 14:30)
Ich befürchte, aber das ist nur meine ganz persönliche Einschätzung, dass jemand, der solche Karikaturen zeichnet oder gut findet, und wer heute so über Juden redet, nicht viel von der christlichen Wahrheit verstanden hat.


MC (29.5.14 00:12)
Das ist tatsächlich nur eine ganz persönliche Einschätzung. Wenn nur die Vollkommenen Christen sind, dann können wir den Laden dicht machen. Und nur die Vollkommenen haben keine Fehler. Und jeder hat die, der andere hier, der andere dort. Manche sind auf dem rechten Auge überempfindlich, andere auf dem Linken.


Volker Schnitzler (29.5.14 10:37)
Mich wundert es immer nur, dass ausgerechnet diejenigen, die vor Frömmigkeit kaum laufen können, mit solchen Vorurteilen und "Fehlern", wie Sie es formulieren, zu kämpfen haben. Da ich mir einbilde, dass sich der christliche Glaube positiv auf den Menschen und das menschliche Miteinander auswirkt, verstört mich das irgendwie. Verstehen Sie das?


MC (30.5.14 15:02)
Ich würde das folgendermaßen erklären:
Je engagierter jemand in einem Bereich ist, umso mehr prägt derselbe das eigene Leben und die eigene Meinung. Wenn man in einem bestimmten Bereich der Frömmigkeit besonders engagiert ist, dann wird man auch überdurchschnittlich stark durch die Richtung dieser Frömmigkeit geprägt. Wenn man also einer stark traditionalen Frömmigkeit anhängt, prägt das die Meinung auch stark in eine traditionale Richtung. Und da kommt z.B. der Islam oft nicht gut weg. Wenn man hingegen einer sehr modernen Frömmigkeit zuneigt, entwickelt man oft andere Problemstellen, z.B. Allerlösungslehre oder Bilderstürmerneigungen etc.
Der Unterschied zwischen beiden besteht vor allem darin, dass das eine gesellschaftlich akzeptierter ist als das andere.


Volker Schnitzler (30.5.14 15:23)
Ich habe nichts gegen Frömmigkeit, so lange sie nicht das Evangelium auf den Kopf stellt.


MC (1.6.14 13:11)
Nur wer will beurteilen, ob die Handlung oder die Frömmigkeit eines anderen das Evangelium auf den Kopf stellt? Das Vermögen wir kaum bei uns selbst.


Volker Schnitzler (1.6.14 14:17)
Sie glauben also, das Evangelium sei beliebig? Ich würde sagen, die Liebe wäre ein gutes Kriterium zur Unterscheidung der Geister! Hass deutet wohl eher auf eine Verkehrung...


MC (6.6.14 14:37)
Da stimme ich ihnen voll zu.
Aber warum lese ich dann in ihren Blog überwiegend harsche Verurteilungen gegen andere. Sie unterstellen ja munter gewissen katholischen Kreisen Kreuzritterattitüden. Gewisse katholische Kreise unterstellen gewissen Muslimen Dschihad-Fantasien. Nennen sie mir bitte den Unterschied.


Volker Schnitzler (6.6.14 15:52)
Ich unterstelle nichts, ich belege mit Verlinkungen und Zitaten! Und ich verurteile auch nicht, weil ich die Menschen gar nicht kenne! Das sollten Sie sich einmal merken! Ich kritisiere Haltungen, Verhaltensweisen und Aussagen, die ich aus einer christlichen Perspektive heraus für kritikwürdig halte! Deshalb möchte ich auch Sie bitten, mir nichts zu unterstellen, sondern mir doch bitte konkret darzustellen, wo ich Ihrer Meinung nach ungerechtfertigt und unbegründet argumentiere! Und auch wenn ich es Ihnen wahrscheinlich zum zehnten Mal darlege: Islamismus zu kritisieren finde ich wichtig und richtig, ich kritisiere die hasserfüllten Verallgemeinerungen der Kreuzritter, die alle Muslime für Islamisten halten! Das IST der Unterschied! Ich frage mich aber, weshalb Sie unaufhörlich versuchen, diese Hassprediger zu verteidigen? Fragen Sie sich das doch einmal selbst! Was liegt Ihnen daran? Warum gehen Sie lieber gegen meine Kritik vor?


MC (8.6.14 13:35)
Ihre letzte Frage kann ich ihnen sehr leicht beantworten:

Ich gehe lieber gegen ihre Kritik vor, weil ich manche, die sie kritisieren, so nicht kritisieren würde und weil ich andere, die sie kritisieren, nicht lese. Da ist mir das Niveau zu tief.

Ein Beispiel, wo ich denke, dass sie über das Ziel hinausschießen, gebe ich ihnen gerne. Sie kritisieren z.B. eine Karikatur, die einen Säbelschwingenden Muslim zeigt. Diese Karikatur verweist darauf, dass aktuell Christen mehr Gewalt durch Muslime erfahren als andersrum. Das wird in der Karikatur, wie es sich für eine solche gehört, überspitzt dargestellt. Sie nehmen sie Aussage hingegen als Islamophob. Das ist sie aber nicht und wäre sie nur, wenn der Veröffentlicher ernsthaft behaupten würde, dass das Normalfall wäre. Tut er aber nicht.

Ihre Unterscheidung von Kritik und Verurteilung teile ich zwar im Allgemeinen. Doch wo sie eine bestimmte Person fortwährend kritisieren und meinen, er hänge einem christlichen Fanatismus an (z.B. Laun im aktuellen Post), da kann man sehr wohl von einer Verurteilung sprechen, da das keine Beschreibung, sondern eine polemische Interpretation ist. Dabei nehme ich mich gar nicht davon aus, ebenfalls mal zu verurteilen, aber wir sollten doch alle so ehrlich sein. Das macht das Klima besser.


Volker Schnitzler (8.6.14 15:40)
Verstehe ich Sie richtig? Sie mögen nicht, dass ich Ihre "Brüder im Geiste" kritisiere, und vor den anderen verschließen Sie einfach Ihre Augen?! Und mir nehmen Sie es übel, dass ich dies nicht auch tue? Vielleicht sollten Sie dann dieses Blog meiden, damit Sie nicht desillusioniert werden!

Auch Ihr Beispiel zieht natürlich nicht, weil die Karikatur unter der pauschalisierenden Überschrift "Wichtiger Unterschied zwischen Muslimen und Christen" steht.

Und die völlig einseitige Haltung des Weihbischofs, der nicht davor zurückschreckt, Homosexuelle als potentielle Kinderschänder darzustellen, deckt sich in ihrer Ausprägung recht gut mit der Definition von Fanatismus (Intoleranz, missionarischer Eifer, Ablehnung vernünftiger Argumente, die eigene Person schädigend [Bischofsernennung] etc.). Und dennoch verurteile ich ihn nicht, es wird Gründe dafür geben, weshalb er so ist.


MC (8.6.14 23:22)
Nun, ich dachte, dass sie wert auf eine lebendige Diskussionkultur legen und daher besonders kritisch-würdigende Beiträge schätzen. Sich immer nur mit Leuten zu unterhalten, die der eigenen Meinung sind, fand ich selbst immer langweilig. Daher kommentiere ich hier öfters.

Da die Überschrift zur Karikatur passt, entspricht sie dem Genre. Also zieht es doch.
In diesem Zusammenhang würde mich interessieren - ganz ehrlich und unvoreingenommen - wie ihre Definition von "verurteilen ist".


Volker Schnitzler (9.6.14 10:35)
Sie sind derjenige, der nicht diskutiert, sondern immer wieder mit den gleichen Anwürfen kommt. Wie rechtfertigen Sie die Verlinkung rassistischer und rechtsextremer Seiten? Was unternehmen Sie dagegen, um Ihre Kirche vor diesem Dreck zu schützen? Was unternehmen Sie, dass Menschen aus der Kirche heraus diffamiert und angefeindet werden? Wenn Sie mir auf diese Fragen einmal eine Antwort geben, dann entsteht eine Diskussion! Mir immer nur Stöckchen hin zu halten, über die ich springen soll, ohne sich selbst auf eine Auseinandersetzung einzulassen, ist billig und langweilt mich zunehmend! Das ist auch der Grund für meinen harschen Ton.

Sie stoßen sich daran, dass ich Menschen kritisiere, die in Sachen Verurteilungen Großmeister sind! Dieses Verhalten verurteile ich!


MC (10.6.14 10:52)
Lieber Herr Schnitzler,

ich habe nichts dagegen, dass sie Menschen kritisieren, die andere kritisieren oder verurteilen. Was sollte ich auch damit ein Problem haben, ich mache es ja selber. Das würde ich ihnen nie vorwerfen. Ich habe nur das Gefühl - kann mich natürlich täuschen - dass sie - wie die meisten Leute - der Meinung sind, den Genannten moralisch irgendwie überlegen oder ein besserer Christ zu sein, mithin das sie die "verstößt gegen das Christentum"-Keule schwingen.

Ich sehe es auch nicht als meine Aufgabe, als Indexkongregation zu fungieren. Gewisse Haltungen diskreditieren sich selber, sie stellen keine Gefahr für die Kirche dar. Ich halte es sogar für eine gefährliche Abhängigkeit, sich von extremen Rändern die Themen vorgeben zu lassen. Unsere Aufgabe sollte es sein, nach besten Möglichkeiten das Evangelium zu verkünden. Wir müssen positiv über unseren Glauben sprechen. Fortwährende Selbstreflexion zu betreiben, um Meinungen zu behandeln, die kaum Zustimmung finden und die auch niemanden, der diese Meinung hat, überzeugt, scheint mir geringere Priorität zu haben. Wenngleich man sich das natürlich auch zur Aufgabe machen kann, wenn man darin seinen persönlichen Verkündigungsauftrag sieht.

Sollten sie sich durch meine Kommentare indes gestört fühlen, so werde ich mich selbstverständlich zukünftig zurückhalten.


Volker Schnitzler (10.6.14 11:50)
Auch da kann ich nur wieder sagen, dass nicht ich es bin, der einen auf Indexkongregation macht! Diejenigen, deren Verhalten ich kritisiere, sind es, die auf Christenpolizei machen und Priester und Laien anschwärzen und denunzieren, sich dann hämisch freuen, wenn Lehrbefugnisse entzogen oder gar Exkommunikationen ausgesprochen werden, was sie übrigens ununterbrochen fordern! Mir ist hier ja auch schon in diese Richtung gedroht worden.

Und dass ich mich nicht überlegen fühle, hab ich Ihnen auch schon gesagt. Ich kenne die Menschen hinter den Texten ja nicht. Und selbst wenn ich sie kennen würde, fühlte ich mich nicht überlegen, weil ich Überlegenheit grundsätzlich als eine unchristliche Kategorie erachte. Wer bin ich, andere Menschen zu verurteilen?!

In Bezug auf den Einfluss von - ich nenne sie hier einmal Rechtskatholiken - sind wir wohl unterschiedlicher Meinung. Auch wenn diese eine Minderheit in der Kirche sind, sind sie doch sehr lautstark und präsent und dominieren ein Stück weit das Bild der Kirche nach außen. Zum Glück hat sich das seit Franziskus etwas zum Besseren gewendet.

Wie - frage ich Sie - kann man das Evangelium verkünden, wenn aus der Kirche heraus Minderheiten und Außenseiter diffamiert und angefeindet werden? Wie soll das Evangelium überzeugen, wenn es nur im Munde geführt wird, nicht aber gelebt wird?

Deshalb dürfen Sie hier natürlich kommentieren, was das Zeug hält, anders als auf den Portalen, die ich mitunter kritisiere ;-)

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