Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

katholisch.de knöpft sich Hetzportale vor

Tja, was soll man von dem Beitrag zum Problem rechtskatholischer Hetzseiten auf katholisch.de halten (hier)? Gut gemeint, mehr wohl nicht...

Da arbeitet man sich immer noch an kreuz.net ab, die Geschichte ist doch wirklich lange durch. Und natürlich sind die Hintermänner immer noch aktiv, jetzt eben auf anderen Portalen und Blogs.

Aber diese zu benennen, dazu hat der Mut dann wohl nicht ausgereicht. Neben Gloria-tv traut man sich mit babycaust.de (Beide nicht anonym, was soll eigentlich der Titel?) zwar noch an eine weitere extrem radikale Seiten heran, die eigentliche Gefahr, die von viel etablierteren Auftritten, die längst in der Mitte der Kirche angekommen sind, ausgeht, verschweigt man jedoch nonchalant.

Wie etwa die kath.net-Macher zu babycaust.de stehen, kann man z.B. hier nachlesen. Gloria.tv ist auf vielen Blogs der sogenannten Blogözese präsent, selbstverständlich auch auf der katholischen Bloggerliste, wo auch zu fragwürdigen Rechtsaußen-Blogs verlinkt wird (vgl. hier).

Wenn im katholisch.de-Beitrag ein interessengeleiteter "Kampagnen-Journalismus aufgedeckt wird, der mit Brief- und Mail-Aktionen Einfluss auf kirchliche Entscheidungsträger zu gewinnen" sucht, dann ist auch in dieser Diagnose die Praxis von kath.net sehr treffend umschrieben. Schade, dass der Mut fehlt, Ross und Reiter zu benennen.

Da war der Spiegel 2012 schon weiter, Peter Wensierski spricht in seinem Beitrag Klartext und nennt einige kreuz.net-Sympathisanten und ihre Projekte (hier). So etwa Giuseppe Nardi mit katholisches.info, Robert Ketelhohn mit kreuzgang.org, Friedrich Romig mit couleurstudent.at. Darüber hinaus werden der überführte kreuz.net-Autor Pfarrer Hendrick Jolie, ehemaliger Sprecher des „Netzwerks katholischer Priester“, Konrad Löw vom „Forum Deutscher Katholiken“ und Thomas Lintner erwähnt.

Doch statt sich mit diesen Jungs auseinander zu setzen, geht man auf Nummer sicher und wärmt die Geschichte um den untergetauchten Gloria.tv-Macher und ehemaligen kath.net-Autor Reto Nay (vgl. hier) auf. Sehr mutig!

Immerhin kommt man zu dem Schluss, dass man es nicht zulassen dürfe, "dass diese Leute das Bild der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit bestimmen." Ich befürchte, diese Leute tun dies um Welten effektiver als katholisch.de, das mit solch harmlosen Beiträgen ein nur schwaches Gegengewicht setzt.

6.7.14 11:06

Letzte Einträge: Die wahren Freunde des Papstes, Familie, Gott und Vaterland, Es ist schlecht, eine Horrormeldung nicht Horrormeldung zu nennen, Wissen, wie der Osterhase läuft, Mary can do it, Lass uns nicht in Versuchung geraten

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


schwarzes Schaf (6.7.14 13:25)
Zitat aus dem katholisch.de-Artikel:
Die Feindbilder dienten damit also als "Müllkippe für den eigenen Seelenmüll".

Und was sagt uns das über diesen Blog hier?


Volker Schnitzler (6.7.14 14:26)
Klären Sie mich auf!?! Ich verstehe Ihre Anspielung nicht!


Armand Arnold / Website (7.7.14 08:30)
Der Beitrag auf katholisch.de ist wirklich äusserst zahm. Aber man will es sich mit der rechten Szene in der katholischen Kirche ganz offensichtlich nicht ganz verderben. "Im Gespräch bleiben" nennt man das. "Die Hosen voll haben" nenne ich es. Diese Hardcore-Katholiken können ihren Kritikern durchaus gefährlich werden, haben sie doch Verbindungen bis nach ganz oben.

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