Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Die Elite der papsttreuen-katholischen Publizistik

Während sich der deutsche Episkopat selten einmütig gegen die Pegidabewegung stellt, die vor einer Islamisierung Europas warnt, schießt kathnews Störfeuer mit Gänswein-Zitaten (hier).

Der Privatsekretär von Papst em. Benedikt XVI. hat vor einer drohenden Islamisierung Europas gewarnt. „Die Islamisierungsversuche im Westen sind nicht wegzureden”, sagte S.E. Erzbischof Dr. Georg Gänswein. „Die damit verbundene Gefahr für die Identität Europas darf nicht aus falsch verstandener Rücksicht ignoriert werden.”

Damit geht er mit der ehemals papsttreuen-katholischen-deutschsprachigen Publizistik, die er einmal im Jahr in Rom versammelte (vgl. hier), d'accord. Die stößt aktuell in das gleiche Horn. Eine kurze Auswahl:

Matussek: “Die kluge Schriftstellerin Cora Stephan untersucht das dumpfe Ein-Dreschen von Politik und Presse auf die 15 000 Demonstranten in Dresden. Meine Ansicht: wer beim rituellen Treten gegen diese Menschen mitmacht, hat die Gesinnung von HJ-Pöbeln”

Kissler: Soll unter demokratischer Fassade das Gebot von Herrschen und Gehorchen zurückkehren? Anders sind die bevormundenden Äußerungen im Angesicht der Pegida, der „Patriotischen Europäer gegen eine Islamisierung des Abendlandes“, kaum zu erklären.

Schneider-Flagmeyer: Ich selbst habe vor über 20 Jahren (natürlich mit vielen anderen) schon geschrieben, dass uns bei dem fehlenden deutschen Nachwuchs diese Porbleme sozial und politisch einmal um die Ohren fliegen werden. In dem Artikel von Hubert Gindert werden durchaus auch kritische Anfragen an PEGIDA gestellt. Schließlich haben wir in den letzten Jahrzehnten zigmillionenfach unsere Zukunft gesetzwidrig aber starffrei abgetrieben. Gerade hat Hans-Werner Sinn, der zu den “Wirtschaftsweisen”gehörte, eine Zuwanderung von 32 Millionen gefordert. Die sich daraus ergebenen Probleme beginnen gerade erst einem noch kleinen Teil der Bevölkerung bewusst zu werden.

kath.net-Chef Noé über Pegidakritiker: Mir graut vor Euch, scheinheiliges Pack!

2.1.15 10:47

Letzte Einträge: Brückenbau mit Abrissbirne, Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, The Hunger Games, Alternative für Ockenfels, Die wahren Freunde des Papstes

bisher 11 Kommentar(e)     TrackBack-URL


schwarzes Schaf (2.1.15 13:59)
"Böss in Berlin" stellt in seinem Blog ein paar gute Frage:
http://boess.welt.de/2014/12/29/fragen-pegida-und-antipegida/

Besondern die letzte Frage ist interessant:
Frage 4: Ist die Islamisierung wirklich nur die Einbildung finsterer Fremdenfeinde? Wenn ja, warum veröffentlichte dann der Spiegel schon 2007 eine Ausgabe mit dem Titel: „Mekka Deutschland – Die schleichende Islamisierung“? Und warum nannte damals kein Politiker die Spiegel-Redakteure „Nazis in Nadelstreifen“?

Den Spiegelartikel kann man online lesen unter:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2007-13.html

Oder darf man den Spiegel einfach nicht kritisieren? Oder war er damals doch "rechts"? Oder kam der Text gar aus der "linken" Ecke?
Wer weiss das schon.


schwarzes Schaf (2.1.15 14:44)
Das Hessische Justizministerium schreibt:
http://www.integrationskompass.de/global/show_document.asp?id=aaaaaaaaaaacvad

"1,51 Mio. Personen in Hessen haben einen Migrationshintergrund (2010). Diese Personengruppe setzt sich zusammen aus knapp 673.000 Ausländern mit über 160 verschiedenen Staatsangehörigkeiten und 841.000 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Damit liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Hessen bei etwa einem Viertel. Mit Verjüngung der Kohorten steigt dieser Anteil bis auf 44,3% bei den Kindern unter 6 Jahren (eigene Berechnungen nach einer Sonderauswertung des Mikrozensus 2010)."

Natürlich sind das nicht alles Muslime, aber der Anteil dürfte doch relativ hoch sein.
Was da stattfindet ist aber keine politische motivierte "Islamisierung". Es verwächst sich schleichend in die Gesellschaft hinein. Man wird aber in der Prognose nicht falsch liegen, dass diese Kinden, wenn sie erwachsen sind, gesellschaftsprägend sein werden.

Ob das gut oder schlecht ist, wird sich zeigen.

Manch einer wird sich sagen, dass man kann sich also getrost zurücklehnen kann: Wenn die Sache sich zum Guten entwickelt, ist es gut; wenn die Sache sich zum Schlechten entwickelt, wird keiner mehr da sein, der sich traut, dagegen was zu sagen…


Volker Schnitzler (2.1.15 14:59)
Hier ein paar sachliche Infos für Sie:

http://www.scilogs.de/natur-des-glaubens/droht-islamisierung-abendlandes-mit-tricks/


schwarzes Schaf (2.1.15 16:09)
Das und den Inhalt der verlinkten Seite hatte ich schon gelesen, nachdem es noch die Antwort auf mein erstes Posting war.


Volker Schnitzler (2.1.15 16:19)
Ich wundere mich auch immer, wenn die Kommentare durcheinander geworfen werden... keine Ahnung, woran das liegt.


Armand Arnold / Website (3.1.15 09:45)
Kann mir einmal einer erklären, was denn mit Islamisierung Europas genau gemeint ist? Dass der Bevölkerungsanteil von Menschen mit islamischem Hintergrund zunimmt - ist wahrscheinlich? Oder dass in dreißig Jahren der Muezzin vom Kölner Dom zum Gebet ruft - eher unwahrscheinlich?

Menschen mit muslimischen Wurzeln in Europa sind doch genau so unterschiedlich wie jene mit christlichen oder jüdischen Wurzeln. Da gibt es Fromme, die fünfmal am Tag beten. Da gibt es Fundamentalisten und da gibt es die große Masse der Nicht-Religiösen, bei denen der Islam nicht mehr ist als eine verblassende kulturelle Patina. Die feiern vielleicht noch das Zuckerfest wie unsere indigenen Nicht-Religiösen Weihnachten feiern.

Ich finde es lustig, dass gerade in Dresden Zehntausende die christlichen Wurzeln des Abendlandes beschwören. Immerhin war es nicht der Islam, der den Osten unserer Republik zu einer religiösen Wüste gemacht hat. Dass da jetzt christliche Analphabeten ein Kreuz in Schwarz-Rot-Gold hochhalten, finde ich allerdings nicht mehr lustig.


schwarzes Schaf (3.1.15 14:03)
Unter "Islamisierung" versteht vermutlich jeder etwas anderes oder gar nichts. Deswegen kann man den Begriff ja auch gut für alles mögliche ge- und auch mißbrauchen.

Der eine sagt, es ist schlimm, wenn es mehr Muslime in Deutschland gibt.

Der andere sagt, es ist schlimme, wenn Gesetze angepasst werden oder Urteile den Islam berücksichtigen werden (vgl. Spiegelartikel).

Und wieder andere finden das alles super und ein Zeichen von Toleranz.


Volker Schnitzler (3.1.15 14:09)
Nö, der Begriff ist ziemlich eindeutig, da gibt es kaum Anlass für Missverständnisse. Das, was Sie da anführungen, sind Bewertungen einer Islamisierung.


schwarzes Schaf (3.1.15 14:29)
Nö, der Begriff ist ziemlich uneindeutig.


Volker Schnitzler (3.1.15 14:53)
Jetzt haben Sie mich überzeugt! QED


Felix (3.1.15 16:12)
Es ist erschreckend, dass selbst Theologieprofessoren wie Herbert Frohnhofen Opfer der Pegida-Propaganda werden. In seinem Facebook-Kommentar unter der Stellungnahme von Bischof Oster suggeriert Frohnhofen, dass deutsche Muslime die Umbenennung von Sankt-Martins-Umzügen und Weihnachtsmärkten “verlangen” und malt im Zusammenhang mit der “sog. Islamisierung” die Gefahr eines Verbots von Fronleichnamprozessionen an die Wand. So werden Ängste geschürt. Wann und wo haben repräsentative Vertreter des deutschen Islams die Umbenennung von Sankt-Martins-Umzügen und Weihnachtsmärkten verlangt? Zu dem angeblichen Weihnachtsmarktverbot siehe auch die Klarstellung in dem Beitrag Blumes auf scilogs.de. Nach meiner Einschätzung wird die Manifestation von christlicher Religion in der Öffentlichkeit nicht durch deutsche Muslime in Frage gestellt, sondern durch einen aggressiven Atheismus, der in Deutschland immer (laut)stärker wird.

Es ist zudem irritierend, dass Johannes Röser, der im letzten Jahr die Gleichschaltung der Medien beklagte, im jüngsten Kommentar der "CiG-Redaktion" verschwörungstheoretische Töne anschlägt ("Werden wir über die Realitäten im Unklaren gelassen?") und den Eindruck zulässt, die Pegida-Leute seien "nachdenkliche, gebildete Demokraten"...

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