Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Unsere mutigen Hirten

Gut, dann also doch noch ein Kommentar zu Bischof Oster und kath.net...

Ja, es ist gut, dass endlich einmal ein Bischof den Mut hat, kath.net öffentlich zu kritisieren (hier)! Die Kritik ist mehr als berechtigt und fällt noch viel zu sanft aus.

Von einer "zunehmend tendenziösen Berichterstattung" kann aber trotzdem keine Rede sein. Seitdem Franziskus das Ruder in der Hand hält, ist kath.net deutlich friedlicher und sachlicher geworden. Auch aktuell hat man nicht die Traute, den Papst für sein Bestreben, die Ortskirchen zu stärken, anzugreifen, sondern arbeitet sich an Marx und Bode ab. Scheinbar kennt Bischof Oster das Portal noch nicht so lange.

Oder man hatte als deutscher Bischof oder Priester zu Zeiten Benedikts einfach nicht den Mumm, den Mund auf zu machen, lobte der Papst emeritus das Portal doch ausdrücklich für seine Arbeit (hier). Und kath.net-Chef Roland Noé dinierte regelmäßig mit den Kisslers und Matusseks der Nation beim Gänswein in einem vatikanischen Palazzo (vgl. hier).

Wahrscheinlich ist genau das der Grund, weshalb Oster von einer "zunehmend tendenziösen Berichterstattung" spricht... Denn was bedeutet es, wenn man erkennt, dass kath.net früher noch viel giftiger und tendenziöser war und dafür gestreichelt wurde?

Meine Begeisterung über Osters Kritik hält sich also in Grenzen...

2.3.15 15:44

Letzte Einträge: The Hunger Games, Alternative für Ockenfels, Die wahren Freunde des Papstes, Familie, Gott und Vaterland, Es ist schlecht, eine Horrormeldung nicht Horrormeldung zu nennen

bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ansgar Brunner (2.3.15 22:31)
Interessant sind die Reaktionen auf Osters Stellungnahme. Klar und eindeutig der Kommentar von Professor Gunter Prüller-Jagenteufel von der Universität Wien: "kath.net ist nicht mehr katholisch, weil es nur das als katholisch gelten lässt, was der eigenen Vorstellung des Katholischen entspricht. Das ist aber nicht katholisch, sondern sektiererisch." Die katholische Journalistin Michaela Koller berichtet in ihrem Facebook-Kommentar unter Osters Stellungnahme: kath.net-Chef Noé prahle einerseits auf Facebook-Seiten, "er sei in einigen Tagen bei Bischof Stefan Oster eingeladen", drohe ihm aber zugleich andererseits "mit rechtlichen Konsequenzen". Allerdings habe Noé wieder einige seiner Postings gelöscht, sie habe aber vorher Screenshots davon gemacht, so Koller. Für die Debatte über kath.net wäre es hilfreich, wenn Koller diese Screenshots öffentlicht macht. Außerdem wäre es interessant zu erfahren, warum Oster den kath.net-Chef nach Passau eingeladen hat. Ein Facebook-Nutzer berichtet von folgender Erfahrung mit kath.net: "Ich habe kath.net ein Zitat von Papst Franziskus gepostet und dann gefragt, ob sich jemand in der Redaktion angesprochen fühlt. Die Folge: Man hat mich vom Forum ausgeschlossen." Typisch Noé. Interessant die Reaktion von kath.net: Am Tag nach Osters Stellungnahme hat kath.net an die Spitze seiner Webseite einen Artikel von Hubert Windisch platziert, in dem dieser u.a. seinem ehemaligen Kollegen Eberhard Schockenhoff vorwirft, "seit vielen Jahren die katholische Lehre und Moral" zu zersetzen. Wird das Kollegium, gar der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Freiburg darauf reagieren?


Ansgar Brunner (2.3.15 22:54)
Noé spottete heute auf Twitter über Osters Stellungnahme: "Das Stürmchen im Wasserglas halten wir ganz gut aus". Damit aus dem "Stürmchen im Wasserglas" ein Sturm wird, der Folgen für kath.net und Noé haben wird, muss noch einiges mehr passieren, nicht zuletzt auf Seiten der katholischen Bischöfe und der katholischen Nachrichtenagenturen, ohne deren Nachrichten kath.net nahezu bedeutungslos wäre. katholisch.de kann nur dann an Bedeutung gewinnen, wenn man die KNA-Nachrichten dort findet und nicht zuerst oder gar nur auf kath.net.


Apokatastasis (5.3.15 09:01)
Nachdem ich gegenüber V.Schnitzler einen Post zu diesem Thema angeregt hatte, sollte ich auch mal was dazu schreiben...

Also ich gehe nicht ganz konform mit der These, kath.net sei in letzter Zeit zahmer geworden. Ich verweise nur auf Artikel wie diese: http://www.kath.net/news/49614 , wo das Übliche passiert wie schon immer: die Pawlowschen Erregungshunde bellen zu lassen und andere einem shitstorm auszusetzen (natürlich wegen letztlich nichtiger Änlässe).
Daß der shitstorm nun letztlich endlich auch mal bei Herrn Noe selbst landet, nachdem er ja der letzte Recht(s)gläubige in diesem Land ist, und ihm seine ganze Empörungsmaschinerie auf die Füsse fällt, ist nur eins: gerecht. Und es entlarvt diese furchtbare Heuchelei dieses Portals.
Für mich ist nicht so wichtig, daß Herr Oster mal seinen Mund gegen seine Schmeichler aufgemacht hat. Was für mich zählt, ist, daß dieses Portal und seine Praktiken endlich mal öffentlich diskutiert werden. Und das ist der Erfolg bei dieser ganzen Sache....


schwarzes Schaf (5.3.15 17:39)
Wo gibt es eine öffentliche Diskussion über kath.net?

Wurde im Stern, Spiegel, der FAZ oder SZ darüber diskutiert? Gab es eine "hart aber fair" Sendung dazu? Hat Monitor darüber berichtet oder gab es gar einen Brennpunkt in der ARD oder ein zdf-spezial? Was sagt die BILD zu der Sache?

Oder wurden doch nur ein paar Fürze in sozialen Medien abgelassen?


Hans Reinhard Seeliger (6.3.15 18:51)
Die breite Öffentlichkeit interessieren diese Scharmützel im europäischen Spätkatholizismus nicht. So einfach ist das.


Apokatastasis (6.3.15 19:37)
@Schwarzes Schaf und Hans Reinhard Seeliger:
wahrscheinlich geht es erst mal um Öffentlichkeit in einem begrenzten Rahmen. Bisher wurden die Tätigkeiten von kath.net kaum thematisiert, leider ist ja auch der Blog Episodenfisch eingeschlafen.
Die breite Öffentlichkeit mag das -noch?- nicht interessieren, aber man sieht ja mittlerweile, wie ein "paar Scharmützel" im islamischen Raum inzwischen die ganze Welt beschäftigen.
So schnell können sich Dinge ändern....
Im übrigen ist es die Frage, wer es zum Thema macht. Wenn Sie es zum Spiegel oder sonstwohin tragen, machen die das u.U. gern zum Thema-wenn sie gerade nichts anderes haben.

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