Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Alte und neue Gräuel

Die plumpe Provokation von Bischof Huonder auf dem Kongress des Forums Deutscher Katholiken wollte ich eigentlich ignorieren. Jetzt aber, wo kath.nets Winnemöller sie "bibeltheologischen Vortrag" nennt, kann ich mir eine kleine Spitze nicht verkneifen, denn mit fundierter Theologie hatte der Vortrag nun wirklich nichts zu tun. Bibelvergewaltigender Vortrag träfe es wohl eher, zumindest dann, wenn man eine christliche Bibelhermeneutik als Maßstab anlegt. Denn hier hält ein Bischof ein Gesetz hoch, auf dessen Grundlage auch Christus verflucht wurde: Herzlichen Glückwunsch.

Da der Schweizer Tradibischof das aber wahrscheinlich ernst meint, was er da zum Besten gegeben hat, dass nämlich auch solche Verse für die heutige Diskussion um einen zeitgemäßen kirchlichen Umgang mit homosexuellen Menschen von Belang sind – und so formuliert er es ja auch im zweiten Schlichtungsversuch – muss man ihn wohl auf vergleichbare Verse aufmerksam machen, die selbst der gute Hirte aus Chur wohl mit Füßen tritt. Tod und Blut mögen jedoch trotzdem nicht über ihn kommen!

So ist es Gott nach dem Gesetz des Mose nicht nur ein Gräuel, wenn ein Mann mit einem Mann schläft wie mit einer Frau, sondern auch das Verspeisen eines Hasen ist ihm ein Gräuel (Dtn 14,3-7). Also kann man nur hoffen, dass Huonder kein Fan von Wildbret ist...

Auch das Anrufen von Heiligen ist mit diesem Gesetz unvereinbar (Dtn 18,11f)! Gott wird ihm die unzähligen Heilgenlitaneien hoffentlich vergeben und ihn nicht mit dem Tode bestrafen.

Und der gesetzeswidrige Kleidungsstil des unverbesserlichen Soutaneträgers könnte ihn auch einmal den Kopf kosten (Dtn 22,5), wenn man mit den mosaischen Gesetze so umgeht, wie Huonder.  Müsste man gar für sein Heil beten?

Nein! Paulus sagt nämlich: „Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; denn es steht in der Schrift: Verflucht ist jeder, der am Pfahl hängt“ (Gal 3,13). Es würde vermutlich schon ausreichen Huonder über diesen Zusammenhang aufzuklären, um ihm endlich eine dritte Entschuldigung zu ermöglichen, in der er sich nicht nur von der Todesstrafe für „homosexuell empfindende Menschen“ distanziert, sondern auch von der Todesstrafe für homosexuell handelnde Menschen!! Denn wer weiß, was Gott sonst noch alles ein Gräuel ist!?!

13.8.15 18:09

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