Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

7000 Meter über dem Zaubertrum

Nachdem Papst Franziskus darauf hingewiesen hat, dass man den Islam nicht pauschal mit Gewalt gleichsetzen dürfe, hat sich in der rechtskatholischen Szene ein Empörungssturm entladen. Selbst der weiße Zauberer Gandalf, der sich nur noch selten im Kommentarbereich seines Zauberturmes aufhält, war nicht mehr zu bremsen.

"Das Gute ist...
.. Interviews von Päpsten über den 7000 Meter sind keine lehramtlichen Mitteilungen ;-) P. S. Unabhängig davon bin ich überzeugt, dass mind. 90 % der Katholiken mit diesen Papst-Aussagen nicht mitgehen werden und diese Aussagen leider Franziskus schaden werden."

Gandalf macht den Fehler, die Katholiken seines Zauberturmes für 90% aller Katholiken zu halten. Ein Hauch von Größenwahn umhaucht den guten Weißen, dem die Popularität Franziskus sicherlich schlaflose Nächte bereiten muss. Vielleicht holt er sich deshalb Linderung in seinem Kommentarbereich, wo eine Eruption der Islamophobie seiner geschundenen Seele Linderung verschaffen wird.

Dann muss man Gandalf noch entgegnen, dass es selbstverständlich auch lehramtliche Äußerungen gibt, auf die sich Franziskus mit seiner Stellungnahme beziehen könnte, etwa die Aussagen des Zwieten Vatikanums zum Islam:

"Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde (5), der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.
Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen."

Allerdings zählt im Zauberturm wohl nur das eigene Lehramt, das dem Papst schon wiederholt Irrtümer nachgewiesen hat. Wann wird Gandalf den Vatikan endlich übernehmen und wieder für Ordnung sorgen?
 
 
PS: Der Beitrag auf kath.net schließt mit einer Twitternachricht von Show-Prediger Johannes Hartl ab:

"Der eine schneidet 84-jährigem Priester Kehle durch. #PereHamel gibt sein Leben. Beide im Namen ihrer Religion. Selten war Unterschied klarer."

Man möchte ihm antworten:

"Der selbstlose Prediger engagiert sich bis zuletzt im interreligiösen Dialog mit den Muslimen in der Gemeinde, der Starprediger spaltet mit Twittennachrichten. Selten war ein Unterschied klarer."

2.8.16 11:05

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