Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Neues vom weißen Zauberer

Der Konjunktiv-Zauber

Das papstkritischen Nachrichtenportal kath.net hat die nächste Entwicklungsstufe erreicht. Jetzt wird nicht mehr nur papstkritisch berichtet und kommentiert, nun wird nach der Art von Boulevarblättchen auch die Gerüchteküche bedient. Der Konjunktiv-Zauber Gandalfs neue Waffe gegen den Weißen in Rom?
 
Gestern noch brach sich Pety Winnemöller fast das Rückgrat bei seinem Stunt, die Papsttreue der ehemals Papsttreuen noch irgendwie zu verkaufen, und heute schon fällt Roland "Gandalf" Noe ihm mit seiner "Hofberichterstattung" in den Rücken. Wo soll das nur enden??

3.1.17 18:26, kommentieren

Gandalfs Kampf gegen die Verwirrnis

Der weiße Zauberer Gandalf hat sich die Eskapaden des weißen Mannes in Rom nun lange genug angeschaut. Eine Kröte nach der anderen hatte er schlucken müssen, um weiter den Anschein des Papsttreuen zu mimen. Doch seit einigen Tagen scheint Schluss damit zu sein. Die Geschichte um vier alte und weise Kardinäle und eine ausbleibende Antwort brachte das Fass zum Überlaufen. Der Weiße reitet jetzt wieder gegen Rom, viele seiner strammen Kämpfer an seiner Seite.
 
Das Lehramt des Papstes, wie es sich im nachsynodalen Schreiben "Amoris laetitia" darstellt, weicht erheblich vom Gandalfschen Lehramt ab. In einer Flut von Beiträgen wird nun gegen Franziskus geschossen, um ihn wieder zur Vernunft zu bringen, damit er wieder auf Gandalfs Linie einzuschwenkt.

Am 23.11. blies Gandalf in einem persönlichen Kommentar offiziell zum Angriff:

"Die 4 Kardinäle hatten jedes Recht, das öffentlich zu machen..
Wer wenn nicht die Kardinäle... Und zur Erinnerung: Papst Franziskus hatte 2 Monate nicht geantwortet und die Fragen ignoriert. Und ich weiß, dass die 4 nicht die einzigen sind, die hier Anfragen haben. Auch andere Kardinäle aus dem Vatikan haben die selben Fragen und namhafte Kardinäle aus anderen Ländern. Diese Verwirrnis rund um AL kann man nicht mehr unterdrücken, ob einem das nun gefällt oder nicht. Ich war am Anfang optimistisch, dass es nicht so kommen wird, aber inzwischen sind doch viel gute Katholiken, die ich schätze, der Meinung, dass AL leider nicht besonders fruchtbar für unsere Kirche sein wird. Leider."

Und Gandalfs Gefolge hatte verstanden, die Kommentarschlacht war eröffnet:


Vorsitzender der Rota droht Meisner und Brandmüller (126 Kommentare)

Kardinal Sarah: Der Papst kann göttliches Eherecht nicht ändern (85 Kommentare)

Papst-Lob für umstrittenen Moraltheologen Häring (82 Kommentare)

Kritik an Franziskus - jetzt explodiert Bischof Papamanolis (46 Kommentare)

Unterstützung aus Polen für Meisner und Brandmüller (26 Kommentare)

Weihbischof Schneider verteidigt die vier Kardinäle energisch (17 Kommentare)

30.11.16 15:25, kommentieren

7000 Meter über dem Zaubertrum

Nachdem Papst Franziskus darauf hingewiesen hat, dass man den Islam nicht pauschal mit Gewalt gleichsetzen dürfe, hat sich in der rechtskatholischen Szene ein Empörungssturm entladen. Selbst der weiße Zauberer Gandalf, der sich nur noch selten im Kommentarbereich seines Zauberturmes aufhält, war nicht mehr zu bremsen.

"Das Gute ist...
.. Interviews von Päpsten über den 7000 Meter sind keine lehramtlichen Mitteilungen ;-) P. S. Unabhängig davon bin ich überzeugt, dass mind. 90 % der Katholiken mit diesen Papst-Aussagen nicht mitgehen werden und diese Aussagen leider Franziskus schaden werden."

Gandalf macht den Fehler, die Katholiken seines Zauberturmes für 90% aller Katholiken zu halten. Ein Hauch von Größenwahn umhaucht den guten Weißen, dem die Popularität Franziskus sicherlich schlaflose Nächte bereiten muss. Vielleicht holt er sich deshalb Linderung in seinem Kommentarbereich, wo eine Eruption der Islamophobie seiner geschundenen Seele Linderung verschaffen wird.

Dann muss man Gandalf noch entgegnen, dass es selbstverständlich auch lehramtliche Äußerungen gibt, auf die sich Franziskus mit seiner Stellungnahme beziehen könnte, etwa die Aussagen des Zwieten Vatikanums zum Islam:

"Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde (5), der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.
Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen."

Allerdings zählt im Zauberturm wohl nur das eigene Lehramt, das dem Papst schon wiederholt Irrtümer nachgewiesen hat. Wann wird Gandalf den Vatikan endlich übernehmen und wieder für Ordnung sorgen?
 
 
PS: Der Beitrag auf kath.net schließt mit einer Twitternachricht von Show-Prediger Johannes Hartl ab:

"Der eine schneidet 84-jährigem Priester Kehle durch. #PereHamel gibt sein Leben. Beide im Namen ihrer Religion. Selten war Unterschied klarer."

Man möchte ihm antworten:

"Der selbstlose Prediger engagiert sich bis zuletzt im interreligiösen Dialog mit den Muslimen in der Gemeinde, der Starprediger spaltet mit Twittennachrichten. Selten war ein Unterschied klarer."

2.8.16 11:05, kommentieren

Es rumort im Zauberturm

Das Lehramt der größten katholischen Nachrichtenseite im Internet begehrt mehr und mehr gegen Papst Franziskus auf. Lange Zeit wehrte man sich dagegen, wie andere ultrakonservative Portale in eine Anti-Franziskus-Position zu verfallen, doch diese Haltung wird zunehmend aufgegeben. Zwar hat der weiße Zauberer des größten virtuellen Zauberreiches bislang noch nicht selbst zum Kriegsstab gegriffen, seinen Propagandaminister schickte er zuletzt aber schon einmal gen Rom.
 
"Hier irrt der Papst" war das Motto dieser unfehlbaren Exhortation. Dass Pety bei seiner hochtheologischen Darlegung gleich einen anonymen rechtsaußen Blog als Gewährsmann zitiert, weist auf die Qualität seiner Ausführungen. Peinlicher geht es kaum, auch nicht in der Art der Argumentation. Gewalttätige Mission ist im Islam Programm, im Christentum ein Ausrutscher von Einzelnen, an denen die Hauptverantwortlichen nie beteiligt waren. Dabei war es Papst Urban II und nicht Papst Franziskus, der ein Bibelwort des Matthäusevangeliums in sein antichristliches Gegenteil verkehrte, um einen Krieg biblisch zu legitimieren. "Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig." Das Schwert zum Kampf... Gott will es!

Auch hier wird wieder deutlich, wie wichtig eine vernünftige und professionelle Exegese ist, damit wirklich Evangelium und nicht Machtinteressen mit der Bibel verkündet werden. Das gilt sicherlich ebenso für den Koran. Wer nicht zwischen dem, was im Neuen Testament und dem, was Päpste und Theologen aller Zeiten daraus gemacht haben, unterscheidet, der kommt zu den unnglaublichsten Konstruktionen.

Ein schönes Beispiel für eine wirre Bibelauslegung bietet aktuell ein weiterer strammer Kämpfer des weißen Zauberers auf kath.net, der Philosoph Josef Seifert (hier). Auch er unterwegs im Auftrag,  Irrlehren im päpstlichen Schreiben „Amoris laetitia“ aufzudecken. "Viele barmherzig klingende Passagen würden die Lehre der Kirche auf den Kopf stellen", zitiert ihn kath.net.

Und wie kann es anders sein, das Problem ist Franziskus Auslegung der Erzählung von Jesus und der Ehebrecherin. Dabei ist nun die Auslegung des Philosophen ein Paradebeispiel dafür, wie man wahrlich meisterlich an der Reich-Gottes-Botschaft Jesu vorbeiinterpretieren kann.

"Wenn der Papst etwa das Gleichnis von der Ehebrecherin (Joh 8,1-11) zitiere, dann sei es für Paare in irregulären Situationen sicher tröstlich, wenn ihnen gesagt würde sie seien nicht exkommuniziert. Allerdings fehle der entscheidende letzte Satz des Gleichnisses: 'Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.' Das Dokument verschweige das Herzstück: den Aufruf zur Konversion".

Wenn dieser Satz das Herzstück des Evangeliums ist, würde ich noch heute aus der Kirche austreten! Der von den Schriftgelehrten vorgeführten Ehebrecherin droht die Steinigung, Jesus wendet diese Gewalttat aber genau damit ab, dass er den Klägern und Richtern klar macht, dass auch sie Sünder sind, dass kein Mensch frei von Sünde ist. "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie." Zurück bleiben nur Jesus und die Frau, alle anderen ziehen beschämt vondannen.

Das Kernstück ist nicht die Aufforderung, nicht mehr zu sündigen, das KÖNNEN Menschen gar nicht. Das Kernstück ist die bedingungslose Amnestie der Sünderin, voraussetzungslose Barmherzigkeit, das Fehlen jeder Spur von Verurteilung, das Zugehen Jesu auf die Sünderin; das ist der Kern des Evangeliums. Und erst DAS eröffnet den Horizont für ein neues Leben, weil die Frau ihre Würde vor Gott zurückerhält.

Und wenn das nicht falsch ist, dann muss mir bitte einmal jemand erklären, wie man gerade Menschen in kritischen Lebenssituationen den Leib Christi verweigern kann? Gott jedenfalls geht mit seiner Inkarnation den Weg hin zu den Sündern, in die Welt, Jesus geht hin zu den Sündern, Ausgestoßenen und Verlorenen, er macht sich schmutzig. Wie kommt die Kirche auf die Idee, diese Menschen von ihm fern halten zu müssen? Ich begreife es nicht! Und auch die abschließende Papstschelte von Seifert begreife ich nicht.

„Wie können Jesus und seine allerheiligste Mutter diese Worte lesen und mit denen von Jesus selbst und seiner Kirche in Verbindung bringen ohne zu weinen“, fragt Seifert. 'Lasst uns deshalb mit Jesus weinen, mit tiefem Respekt und Zuneigung für den Papst und mit dem tiefen Schmerz, der aus der Pflicht kommt, seine Fehler kritisieren zu müssen', fügt er hinzu."

Ich frage mich, wie man Seiferts Jesusbild und seine Papstschelte auf einem katholischen Portal veröffentlichen kann, ohne zu weinen? Doch letztlich wird der weinende Jesus auch ihn in seine Arme schließen.

1 Kommentar 15.6.16 12:41, kommentieren

Gaydalfs Kissgate - come in and feel to be a Catholic

Eigentlich ist dieser innerkatholische Mumpitz der Rede nicht wert. Aber wenn Gandalf, der große weiße Zauberer, sich über den Tonfall im Kommentarbereich des Radio-Vatikan-Blogs von Pater Hagenkord beschwert, dann ist das in seiner Skurrilität schon einen kleinen sommerlichen Blogeintrag wert :-)

Dass Kommentare aber durchaus auch hilfreich sein können, wird Gandalf gerade in seinem eigene Zauberturm vor Augen geführt. Zum wiederholten Male macht er hier nämlich die AfD zum Thema, offensichtlich sympathisiert der Weiße mit den Braunen, was einigen Zauberlehrlingen nicht so gut gefällt. Man rät ihm eindringlich, von dieser Partei Abstand zu nehmen und sie in den heiligen Hallen des Zauberturms weniger zu erwähnen (vgl. Kommentare hier). 

8.7.15 10:38, kommentieren

Katharsis des Grauen

Gandalf persönlich kämpft jetzt gegen die Meinungsdiktatur, die sich von Saurons Reich aus immer weiter ausbreitet. Dazu benutzt er die Macht des Herrn der Kommentare. Doch ob sich der Teufel mit dem Beelzebub austreiben lässt?
 
Schon der Kampfeinsatz einer seiner liebsten Kämpferinnen lässt am Erfolg zweifel, spricht diese sich in ihrem fanatischen Angriffszauber doch glatt gegen Minderheiteninteressen aus, weil dieser "gefährliche Prozess" oftmals "auf Kosten der Mehrheit" verliefe.
 
Ob Gandalf aber trotzdem von der Meinungsdiktatur in seinem Reich absieht, bleibt abzuwarten. Sauron jedenfalls wird man nur besiegen können, wenn aus Gandalf dem grauen Zensor Gandalf der weiße Moderator geworden ist.

18.3.15 17:08, kommentieren

Dunkelkatholiken fordern Beleuchtung

Gandalf ist das Abendland, lässt er in der Kommentarspalte zu Johannes Rösers Kritik an der Verdunklung des Kölner Domes gegen eine von Rechtsradikalen organisierte Demo verlauten (hier). Ja, Röser, Gandalf und Konsorten lassen das Licht des Evangeliums weitaus mehr unter gehen, als es ein dunler Dom jemals könnte. Der verdunkelte Dom scheint vielmehr den einen oder anderen Dunkelkatholiken ans Licht zu bringen.

10.1.15 06:34, kommentieren