Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Neues vom weißen Zauberer

Gandalf vs Potter

Der große weiße Zauberer Gandalf lässt seine Schergen gegen die aufstrebende Konkurrenz aus dem nördlichen Nevrast ziehen. Einer der großen Adler hat Gandalf die Nachricht geflüstert, dass sich im Reiche Hogwarts auch solche befänden, die ihresgleichen Geschlechtes liebten (hier). Doch Mittelerde soll so weiß wie Gandalfs Zauberumhang werden, und dazu muss das Widernatürliche zurück in den Schlund des Schicksalsberges gestoßen werden.
 
Eine große Aufgabe, die Gandalf da bevorsteht, zumal er für deren Erfüllung auf seine Zauberkräfte verzichten muss. "Die positive Darstellung okkulter und magischer Praktiken" hat Gandalf nämlich, nachdem er in den Tiefen Morias getauft wurde, als satanische Kräfte erkannt. Nun gilt es die Zaubererbrut aus dem Norden mit sauberen Mitteln zu schlagen. Es bleibt also spannend!

2 Kommentare 29.12.14 10:00, kommentieren

Verheerender Standpunkt

Ludwig Ring-Eifel bewirbt sich mit seinem aktuellen Standpunkt-Kommentar auf katholisch.de scheinbar um einen Job bei kath.net. Zahlt Kirche in Not vielleicht besser als die KNA?

Jedenfalls versucht er - aus welchem Grunde auch immer - dem scheidenden Ratsvorsitzenden der EKD, Nikolaus Schneider, kräftig vor's Schienbein zu treten (hier). Und das nach klassischer Weißer-Zauberer-Manier, ein bisschen Anbiederung an den Zeitgeist hier, ein wenig theologisches Halbwissen da, eine Prise Freund-Feind-Schema dazu und fertig ist die Zauber-Gülle im Kübel, der nur noch ausgekippt werden muss.

Als Katholiken haben wir ja auch allen Grund, über die Finanzdebakel der evangelischen Konkurrenz zu lästern, ist unser Laden doch sauber.
 
Auch die "Preisgabe christlicher Ethik und biblischer Tradition" ist ein dolles Reizwort-Feuerwerk ohne jede sachliche Begründung, Gandalf wäre stolz auf so viel magische Fähigkeit.
 
Und auch die Kritik am assistierten Suizid kann man natürlich besser am Beispiel Schneiders als am Beispiel Hans Küngs anbringen, so bleibt der eigene Laden wenigstens sauber und die anderen sind die Sünder.

Nur ein magischer Schuss geht dann doch ins eigene Schienbein, die Kritik an Schneiders postmortalen Fragen an Gott. Ausgerechnet mit Hiob versucht er Schneider hier abzuwatschen und in einen theologischen Dünnbrettbohrer zu verwandeln.

"Zwar kennt auch die Bibel Vorwürfe gegen Gott – von den Klagen Hiobs bis zu den verzweifelten Worten Jesu am Kreuz. Aber auf die Idee, sich die finale Begegnung mit seinem Schöpfer als Dialog auf Augenhöhe vorzustellen, muss man als Theologe erst einmal kommen!"

Doch Hiob, das war doch der, der Gott nicht nur anklagte, das war auch der, dem Gott sich offenbarte, um sich auf einen Dialog einzulassen. So konnte Hiob schließlich sagen: "Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut." Wegen dieser von Gott gewährten Augenhöhe widerruft Hiob seine Anklagen. Getadelt werden jedoch Hiobs Freunde, die ihm die alten Traditionen als Rezept für die Sinnhaftigkeit seines Leidens verordnen wollten. "Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und deine beiden Gefährten; denn ihr habt nicht recht von mir geredet", ist Gottes Urteil über die Freunde der Tradition.

Und auch Jesus ist vielleicht der falsche Gewährsmann, um Schneiders Theologie zu diffamieren, denn einem Gott, der seinem Geschöpf als wahrer Mensch begegnet, dem kann man den Willen zum Dialog auf Augenhöhe wohl nur sehr schwer absprechen. Ein verheerender Kommentar, Herr Ring-Eifel!

3 Kommentare 13.11.14 19:53, kommentieren

Moralporno Teil 3: In Melk da bennt der Stift

Im Reich des großen weißen Zauberers hat man nach ein paar Wochen der Abstinenz (vgl. Moralporno Teil 1 und 2 hier) mal wieder den Pranger aufgestellt (hier). Ein abtrünniges Kloster, das sich mit dem bösen Morpheus eingelassen hatte, gilt es mit einem starken Denunziationszauber zurück auf den reinen Pfad der gandalfschen Tugend zu bringen (hier).
 
Da die Wirkung der Denunziation im fernen Rom allerdings ungewiss ist, statuiert Gandalf sicherheitshalber noch ein Exempel an einem aufgegriffenen Klosterbruder, der sich leichtfertiger Weise auf ein Zauberduell eingelassen hatte, weil er den Denunziationszauber als völlig harmlos einstufte und die Kämpfer des großen Zauberers für infantil und dumm hielt (hier). Nun steht er gefesselt am Pranger und musst erkennen, dass auch ein unreifer und dummer Mob gefährlich sein kann.
 
Vielleicht gewinnt er dabei aber auch die Erkenntnis, dass man so nur werden kann, wenn man sich eben ausschließlich unter Gleichgesinnten bewegt und sich niemals mit den Menschen außerhalb der dicken Mauern des Zauberturmes auseinander setzt. Das sollte sein Schicksal ertäglicher machen, denn genau das hat das Kloster in der Auseinandersetzung mit Morpheus getan, einmal über den eigenen engen Tellerrand geschaut. Das hilft gegen Infantilismus und Dummheit.

3 Kommentare 22.7.14 14:31, kommentieren

Gandalf löscht den Skandal

Den Brandbrief eines vom bischöflichen Schulamt in Innsbruck aus dem Schuldienst entfernten Priesters veröffentlichte kath.net heute im Wortlaut. Die Vorwürfe gegenüber dem Schulamtund und Bischof Manfred Scheurer sind massiv. Wie bei kath.net üblich wird unter dem Text der Kontakt zum Bischof verlinkt, eine Vorgehensweise, die zuletzt auch auf katholisch.de thematisiert wurde, wenn auch nicht ausdrücklich auf kath.net gemünzt, sondern allgemein gehalten (vgl. hier).

Nun ist der Brandbrief auf kath.net plötzlich verschunden. Offensichtlich hat man vonseiten der österreichischen Kirchenleitung interveniert. Über den google cache ist der Text aber noch eine Zeit lang abrufbar (hier).

Im Kommentarbereich war auch kath.net-Chef Gandalf sehr aktiv und sprach von einem Skandal. Hier wird deutlich, dass man sich mit dem Stimmungsbild, das der Pfarrer in seinem Brief zeichnet, wohl sehr identifiziert. Nun kann und will ich die Umstände der Entfernung des Pfarrers aus dem Schuldienst nicht kommentieren, die Aussagen zu einem herbeigeredeten Priestermangel seitens der Kirchenleitung und zu einem Verbot, werktags eine Messe feiern zu dürfen, hören sich aber doch nach traditionalistischer Verschwörungstheorie an.

3 Kommentare 12.7.14 16:37, kommentieren

In Linz da gibt's koa Sünd

Leider habe ich heute keine Zeit für einen ausführlicheren Artikel, deshalb nur ein paar Links zu einem typischen Blendzauber des großen weißen Zauberers Gandalf. Carsten Leinhäuser ist für seine klare Position zu katholischen Hetzseiten zu danken!
 
 
 
 
 

13.6.14 09:54, kommentieren

Gandalf vs Püttmann

Nur noch selten schwingt sich der weiße Zauberer Gandalf auf sein Schlachtross und führt den Kommentatorenmob im Kommentarbereich seines magischen Reiches an. Heute war es mal wieder so weit. Nach einer langen Durststrecke unter der Herrschaft des Stellvertreters des Geheimen Feuers in Mittelerde wittert er nun Hoffnung, dass dieser zu der alten Strenge seiner Vorgänger zurück findet. Zu lasch und barmherzig kam Gandalf dessen Handeln in den letzten Monaten vor.

Aber ein Hoffnungsschimmer erstrahlte heute Morgen am Horizont über der verhassten Mainstreammedien-Landschaft: EXKOMMUNIKATION. Aus dem Herzen des Geheimen Feuers schoss ein Bannstrahl nach Mittelerde und traf eine Zauberin, deren Kräften Gandalf schon immer misstraute (hier).

Mit breitem Grinsen formulierte Gandalf den Aufbruchzauberspruch im Kommentarbereich, sein gröhlendes Gefolge schießt nun im Minutentakt (hier): „Tja, was werden dazu jetzt Helmut Schüller, Andreas Püttmann & Co dazu sagen ;-) „

Püttmann hat zufällig in der aktuellen Christ & Welt schon eine beeindruckende Analyse der gandalfschen Zauberwelt formuliert und die Sympathie der Rechtsgläubigen für autoritäre Regime und Entscheidungen als das benannt, was es ist:

„Wo  der  Geist  des  Herrn  wirkt,  da  ist Freiheit“;  „Ihr  seid  zur  Freiheit  berufen, Brüder!“ Die christliche Wahrheit soll ohne  Zwang  angenommen  und  beherzigt werden,  erst  recht  nicht  durch  weltliche Zwangsmittel  autoritärer  Regime.  Die schrillen  Punksängerinnen,  über  deren angebliche  Blasphemie  sich  Christlich-Konservative  im  sicheren  Westen  mehr ereiferten als über korrumpierte orthodoxe Hierarchen, waren vielleicht näher am Geist des Evangeliums als ihre frommen Kritiker, als ihre Bitte an die „Gottesmutter“  durch  die  Moskauer  Christ-Erlöser-Kathedrale  hallte:  „Du  Jungfrau,  vertreibe Putin!“ Wen Jesus heute eher aus dem Haus  seines  Vaters  peitschen  würde,  ist jedenfalls  nicht  so  klar,  wie  die  Gottesfürchtigen meinen. (ganzer Artikel hier)
 
Halleluja, was ein mächtiger Gegenzauber!

3 Kommentare 22.5.14 12:21, kommentieren

Zurück aus den Minen Morias

Der große Zauberer Gandalf war wirklich sehr lange in den Minen von Moria verschwunden. Nun taucht er allerdings in neuer Strahlkraft auf. kath.net spring noch auf den längst abgefahren Zug der Diskussion um Akif Pirinçcis ZDF-Auftritt. "Zensiert!", prangt es in leuchtendem Weiß auf finsterstem Schwarz neben dem Artikel über das vom ZDF gekürzte Interview (hier). Entsetzen über einen Bannfluch, den der Weiße doch selbst nur allzu gerne anwendet (vgl. hier).

Die unerwartete Verwandlung Gollums zu einem Streiter für das Gute hat das Herz Gandalfs wohl sehr berührt, so dass doch noch ein Eintrag im großen digitalen Zauberbuch erfolgen musste. Umkehr ist möglich, das Böse in uns kann besiegt werden. Gollum ist das beste Beispiel.

Doch die Mächte Saurons wollen die Rückkehr des verlorenen Sohnes kleinreden, seine Umkehr und die verkündeten Wahrheiten relativieren und verstümmeln. Dagegen muss Gandalf vorgehen. Dass er dabei die eigenen Ideale der propagierten sexualneutralen Nachwuchszüchtung etwas verkauft, wenn er gegen die orkschen Ganzkörperkampfanzüge angeht, scheint ihm vor der Dringlichkeit seines Vorstoßes unwichtig zu sein. Der Feind ist klar umrissen, die grünschleimigen Orks und blutrotverschmierten Urukais.

8.4.14 12:34, kommentieren