Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Skurriles

Die wahren Freunde des Papstes

Zur Zeit kann man im vatikanischen Haifischbecken eine spannende Beobachtung machen. Kritik an Benedikt XVI  nennt Kardinal Sarah diabolisch, Kritik an Franziskus ist nach Kardinal Müller offensichtlich ein Zeichen wahrer Freundschaft, wenn er meint, dass die wahren Freunde des Papstes nicht jene wären, "die ihm schmeicheln".
 
Es wundert mich immer weniger, dass Franziskus nach seiner Papstwahl ein anderes Aquarium bewohnen wollte. Apropos "diabolisch"... Wer den Leibhaftigen nicht als gehörnten Ziegenpeter mit Hinkebein glaubt, der hat umgehend die Inquisition aus Linz an der Backe (hier und hier). Trifft man einen Jesuiten, trifft man alle... ein diabolischer Gedanke?

10.6.17 13:43, kommentieren

Der Spott der Benedikttreuen

Der Wiener Dogmatik-Professor Jan-Heiner Tück bemerkte vor ein paar Tagen auf Radio Vatikan, dass man Benedikt XVI vor allem "gegen seine Liebhaber" verteidigen müsse. Wie Recht er damit hat, demonstriert Matthias Matussek auf verschiedenen rechtspopulistischen Seiten (z.B. hier) auf beeindruckende Art und Weise.

Eine kitschige Heiligsprechung Benedikts konterkariert er mit schäbigem Spott gegenüber Franziskus. Das also ist aus der ehemals papsttreuen deutschsprachigen Publizistik geworden, erbärmliche Papstkritiker auf Stammtischniveau (ein anderer aus der Riege hier).

18.4.17 14:39, kommentieren

Überflüssiges II

Tja, jetzt musste kath.net wohl die Gegendarstellung von Kardinal Kasper drucken, der sich gegen den Begriff des "Gegners" wehrt und Gänswein im Grunde der Falschaussage bezichtigt (er formuliert es natürlich netter). Der Kommentarbereich bleibt gesperrt, der kath.net-Mob wäre wohl kaum noch zu bändigen.

Ist es das, was Benedikt sich von seinen "letzten Gesprächen" wünscht, eine Schlammschlacht? ich kann es mir nicht vorstellen. Er hat offensichtlich nach wie vor kein gutes Händchen bei der Auswahl seiner Vertrauten...

14.9.16 17:22, kommentieren

Überflüssiges

In der Diskussion um die Frage, inwiefern es angemessen ist, dass sich der Papst emeritus trotz seiner Ankündigung, die Öffentlichkeit zu meiden und die Kirche betend zu begleiten, nun in einem Interviewbuch zu Wort meldet, war ich bislang der Meinung, dass Franziskus ihm diesen Weg eröffnet hat und dies auch völlig in Ordnung ist.

Wenn ich nun aber sehe, welch traurige Inszenierung Gänswein und Seeberg bei den Buchvorstellungen veranstalten, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Was soll die völlig überflüssige Kritik an der Kirche in Deutschland? Sind die Aussagen Benedikts schon grenzwertig, ist das Gekeife von Gänswein und Seewald ein unwürdiges Spektakel. Die Formulierung "getroffene Hunde bellen" oder Kardinal Kasper und Hans Küng als "Gegner und Nichtfreunde" Benedikts zu bezeichnen, stiftet doch nur Unfrieden und reißt Gräben wieder auf. Was soll das? Wenn man theologisch unterschiedliche Positionen bekleidet, muss man doch nicht von "Gegnern und Nichtfreunden" sprechen.

Und die deutsche Kirche muss sich vor dem Hintergrund, was sie in der Flüchtlingskrise leistet, sicher nicht schämen. Wo ist die Kritik an den katholischen Vorzeigestaaten nach Benedikts Fasson, die sich gegen Flüchtlinge abschotten? Oder gehört Nächstenliebe nicht mehr zum christlichen Wertekanon?

Und inwiefern der Umgang mit Hans Küng tatsächlich als Schutz durch Benedikt verstanden werden kann, wird wohl auch Gänsweins Geheimnis bleiben.

13.9.16 19:02, kommentieren

12 zu 0 für Papst Franziskus

Da fällt man auf rechten und rechtskatholischen Portalen über den Papst her, der 12 Flüchtlinge von Lesbos mit in den Vatikan genommen hat. Die Verlinkung erspare ich mir.

Man könnte lange über die Anzahl der Flüchtlinge streiten, ob der Vatikan hier nicht noch mehr hätte leisten könnte. Entscheidend ist wohl, dass Franziskus den katholischen Osteuropäern mit dieser Symbolhandlung einen Denkzettel verpasst Diese nehmen nämlich KEINEN Flüchtling auf. 12 zu 0 für Franziskus gegen Polen, Ungarn und die Slowakai. Seltsamerweise kritisieren die rechtskatholischen Schreihälse diese unchristliche Verweigerungshaltung nicht. Und von den dortigen Bischofskonferenzen hört man auch nichts.

2 Kommentare 18.4.16 22:34, kommentieren

Der selektierte Benedikt

Manchmal sagt ein Schweigen mehr als tausend Worte. Und in Bezug auf den bei kath.net höchstverehrten Papst Emeritus kommt das Schweigen wirklich äußerst selten vor. Selbst die nebensächstlichste Information wird auf kath.net veröffentlicht, so z.B. wenn Kurienerzbischof Gänswein eine kleine Nebenbemerkung zum Gesundheitszustand Benedikts macht.

Doch plötzlich Schweigen... Warum erfährt der kath.net-Leser nur nichts von Benedikts Äußerungen zur Flüchtlingspolitik der Kanzlerin? Er meint jedenfalls, dass Merkel die Flüchtlingskrise bewältigen werde. Passt wohl nicht ins Konzept des bedeutendsten katholischen Nachrichtenportals?!  

Dafür erhält der geneigte Leser aber die wichtige Information, dass ein evangelischer Kirchenrat  den Terrorismus eng mit dem Islam verbunden sieht, die Religion des Friedens sei nur eine "Worthülse". Und ein weiterer Beitrag zitiert Markus Söder, der den Islam nicht zum Fundament unserer Kultur zählt. Anders als Benedikt attestiert Söder der Kanzlerin eine "verfehlte Flüchtlingspolitik", die erst zum Erstarken der AfD geführt habe und einen Kurswechsel erfordere. Katholische Nachrichten at it's best!

23.3.16 16:25, kommentieren

Gänswein und die deutsche Welle

In Zeiten, da sich die Deutschen um hunderttausende Flüchtlinge kümmern und ein ehrenamtliches Engagement zeigen, das wirklich bewundernswert ist, meint Kurienerzbischof Gänswein seine persönlichen Animositäten gegenüber seiner Heimatkirche über die Medien austragen zu müssen. Dieser regelmäßig wiederkehrende Reflex scheint tief in seinem Gemüt verwurzelt zu sein. Vielleicht sollte man ihm endlich ein deutsches Bistum in Aussicht stellen, damit er seine Fixierung ablegen kann.

Vielleicht hat er dann die Ruhe und Muße, sich einmal um die katholischen Vorzeigeländer Europas zu kümmern, die gerade auf Nächstenliebe und Verantwortung pfeifen. Das scheint ihm nämlich erstaunlicherweise der Rede nicht wert. Andererseits geht er mit den Polen, Ungar und Slowaken sicherlich konform, warnte er doch schon vor Jahren vor der Islamisierung Europas. Solche vatikanischen Berater hat die katholische Kirche in Deutschland sicherlich nicht nötig.

19.3.16 08:40, kommentieren