Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Skurriles

Mary can do it

Auf kath.net erfahren wir heute, dass Gott 60 Millionen Menschen tötete, weil Pius XII nicht rechtzeitig auf die Anweisungen der Jungfrau Maria hörte. Aber man hat aus dieser Geschichte gelernt, kath.net bewirbt einen Gebetssturm für die Ehe, die ja durch den aktuellen Papst in Gefahr geraten ist. Maria wird auch das richten.

2 Kommentare 31.10.17 12:09, kommentieren

Wissen, wie der Osterhase läuft

Wenn sich Bischof Oster in der aktuellen Debatte um einen muslimischen Feiertag in versachlichender Weise äußert und die aufgeheizte Stimmung um Muslime in Deutschland nicht noch anheizen möchte, findet er als geschulter Journalist und guter Bischof die richtigen Worte:

"Menschen anderer Glaubensrichtungen sollten in unserem Land ebenfalls Gelegenheit haben, auch ihre eigenen religiösen Feiertage angemessen zu begehen."

Um eine weitere Versachlichung der Debatte zu betreiben, lässt er dann aber auf dem für seine ausgleichende und islamfreundliche Berichterstattung bekannten  Portal kath.net eine Kritik an einem Redakteur von katholisch.de (dem offiziellen Portal der DBK) abdrucken. Der Journalist hat sich offensichtlich der Fehlinterpretation der bischöflichen Ausführungen schuldig gemacht hat.

Nun erfahren wir, dass Oster selbstverständlich niemals auch nur im Geringsten an Muslime gedacht, wenn er von "Menschen anderer Glaubensrichtungen" sprach, denen bei "zahlenmäßig substantielle(n) Wünsche(n)" nach einem solchen Feiertag entsprochen werden könne.

Ich gehe davon aus, dass er Buddhisten und Sikhs meinte! Muslime gibt es bei uns in Deutschlabd ja kaum. Und zur Zeit sieht es ja dank AfD und Pegida auch so aus, dass es in Zukunft weiger würden. kath.net wird sich freuen. Danke Bischof Oster!

21.10.17 10:06, kommentieren

Linz vs Passau

Wer einmal einen Eindruck davon bekommen möchte, wie es aussieht, wenn das Lehramt österreichischer Nachrichtenportale oder deutscher Forumskatholiken einen Bischof zu disziplinieren sucht, der kann das aktuell auf der Facebookseite von Bischof Oster (im Kommentarbereich) bestaunen. Oster macht dabei wie immer eine gute Figur.

2.9.17 08:13, kommentieren

Die wahren Freunde des Papstes

Zur Zeit kann man im vatikanischen Haifischbecken eine spannende Beobachtung machen. Kritik an Benedikt XVI  nennt Kardinal Sarah diabolisch, Kritik an Franziskus ist nach Kardinal Müller offensichtlich ein Zeichen wahrer Freundschaft, wenn er meint, dass die wahren Freunde des Papstes nicht jene wären, "die ihm schmeicheln".
 
Es wundert mich immer weniger, dass Franziskus nach seiner Papstwahl ein anderes Aquarium bewohnen wollte. Apropos "diabolisch"... Wer den Leibhaftigen nicht als gehörnten Ziegenpeter mit Hinkebein glaubt, der hat umgehend die Inquisition aus Linz an der Backe (hier und hier). Trifft man einen Jesuiten, trifft man alle... ein diabolischer Gedanke?

10.6.17 13:43, kommentieren

Der Spott der Benedikttreuen

Der Wiener Dogmatik-Professor Jan-Heiner Tück bemerkte vor ein paar Tagen auf Radio Vatikan, dass man Benedikt XVI vor allem "gegen seine Liebhaber" verteidigen müsse. Wie Recht er damit hat, demonstriert Matthias Matussek auf verschiedenen rechtspopulistischen Seiten (z.B. hier) auf beeindruckende Art und Weise.

Eine kitschige Heiligsprechung Benedikts konterkariert er mit schäbigem Spott gegenüber Franziskus. Das also ist aus der ehemals papsttreuen deutschsprachigen Publizistik geworden, erbärmliche Papstkritiker auf Stammtischniveau (ein anderer aus der Riege hier).

18.4.17 14:39, kommentieren

Überflüssiges II

Tja, jetzt musste kath.net wohl die Gegendarstellung von Kardinal Kasper drucken, der sich gegen den Begriff des "Gegners" wehrt und Gänswein im Grunde der Falschaussage bezichtigt (er formuliert es natürlich netter). Der Kommentarbereich bleibt gesperrt, der kath.net-Mob wäre wohl kaum noch zu bändigen.

Ist es das, was Benedikt sich von seinen "letzten Gesprächen" wünscht, eine Schlammschlacht? ich kann es mir nicht vorstellen. Er hat offensichtlich nach wie vor kein gutes Händchen bei der Auswahl seiner Vertrauten...

14.9.16 17:22, kommentieren

Überflüssiges

In der Diskussion um die Frage, inwiefern es angemessen ist, dass sich der Papst emeritus trotz seiner Ankündigung, die Öffentlichkeit zu meiden und die Kirche betend zu begleiten, nun in einem Interviewbuch zu Wort meldet, war ich bislang der Meinung, dass Franziskus ihm diesen Weg eröffnet hat und dies auch völlig in Ordnung ist.

Wenn ich nun aber sehe, welch traurige Inszenierung Gänswein und Seeberg bei den Buchvorstellungen veranstalten, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Was soll die völlig überflüssige Kritik an der Kirche in Deutschland? Sind die Aussagen Benedikts schon grenzwertig, ist das Gekeife von Gänswein und Seewald ein unwürdiges Spektakel. Die Formulierung "getroffene Hunde bellen" oder Kardinal Kasper und Hans Küng als "Gegner und Nichtfreunde" Benedikts zu bezeichnen, stiftet doch nur Unfrieden und reißt Gräben wieder auf. Was soll das? Wenn man theologisch unterschiedliche Positionen bekleidet, muss man doch nicht von "Gegnern und Nichtfreunden" sprechen.

Und die deutsche Kirche muss sich vor dem Hintergrund, was sie in der Flüchtlingskrise leistet, sicher nicht schämen. Wo ist die Kritik an den katholischen Vorzeigestaaten nach Benedikts Fasson, die sich gegen Flüchtlinge abschotten? Oder gehört Nächstenliebe nicht mehr zum christlichen Wertekanon?

Und inwiefern der Umgang mit Hans Küng tatsächlich als Schutz durch Benedikt verstanden werden kann, wird wohl auch Gänsweins Geheimnis bleiben.

13.9.16 19:02, kommentieren