Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

Skurriles

Gegendemo für wirklich alle

DEMO FÜR ALLE schickt 8 Punkte-Pläne an die politischen Parteien. Ich meine, damit müssten sie sich eigentlich "Demo für einige" nennen. Deshalb nachfolgend mein 4Punkte-Plan für wirklich alle!

Wir treten für den Schutz aller Menschen ein, die trotz Abweichungen von idealisierten Familienvorstellungen dafür Sorge tragen, dass Kinder behütet und beschützt aufwachsen können. Dabei treten wir gegen die Diskriminierung von Familien mit nur einem Elternteil, keinem Elternteil oder gleich- oder verschiedengeschlechtlichen Ersatzeltern ein. Wir glauben, dass ein Umfeld, das von Liebe getragen wird, für die gesunde Entwicklung eines Kindes förderlicher ist als die formal-theoretische Fokussierung auf ein zweigeschlechtliche Elternpaar.

Wir treten gegen die völlige Überhöhung einer Idealfamilie aus Vater, Mutter und Kind(ern) ein, die eine Vielzahl anderer Familienkonstellationen herabsetzt und entwürdigt. Ein Kind hat ein Recht auf Vater und Mutter, so wie es ein Recht auf zwei Arme, zwei Beine und Haare auf dem Kopf hat. Doch wo klage ich dieses Recht für das einbeinige und kahle Kind ein? Eine Protese und eine Mütze hilft dem Kind mehr als das theoretische Recht auf ein zweites Bein und Haare!

Das natürliche Recht der Eltern, ihre Kinder zu erziehen, sollte nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass gerade Familie ein bedrohlicher Raum für Kinder sein kann. Missbrauch und Demütigungen sind oftmals im engsten Familienkreis angesiedelt. Eine übersteigerte Idealisierung der Familie trübt den Blick auf diese Probleme eher. Die Wissenschaft hat aufgedeckt, dass gerade Familien, in denen Missbrauch geschieht, dazu tendieren, sich gegenüber der Außenwelt abzugrenzen und einen überhöhten "moralischen" Anspruch vor sich her tragen, um einen rettenden und gesunden Ausbruch des Opfers aus destruktiven Familienkonstellation zu unterbinden. Hier hat der Staat ein waches Auge und eine handelde und helfende Hand anzubieten.

Wir treten zudem für den Schutz von Jugendlichen ein, die eine andere Sexualität als die heterosexuelle und ein anderes Körpergefühl als das ihres körperlichen Geschlechtes empfinden. Die tägliche Praxis in Schulen und Vereinen kennt ein Vielfzahl von dramatischen Fällen der Diskriminierung und Herabwürdigung dieser Menschen. Durch eine sachliche und aufklärerische Arbeit in der Schule kann dem entgegegngewirkt werden und Toleranz und Akzeptanz für diese Menschen gefördert werden.

8.3.16 17:12, kommentieren

Kopfschmerz

Endlich traut sich mal einer aus der "verblendeten Clique" Tacheles zu reden. Bauch sagt zu Kopf ja, doch Kopf sagt zu Bauch nein...

Benedikt und Franziskus scheinen für diese Leute wie Feuer und Wasser zu sein. Prälat Wachter listet alle seine Helden und deren Antagonisten auf (hier): Franz und Bene, Müller und Kasper/Marx, Tebartz/Gänswein und Domkapitel, ein fröhliches Gegeneinander.

Das Konstrukt wird natürlich auch noch mit Inhalt gefüllt. Franzikus ein entscheidungsschwacher Populist, Kasper ein Häretiker, Müller als Wächter über dem Papst, Aufklärung von Missbrauch in der Kirche: abgeschlossen. Hätte er doch geschwiegen...

16.1.16 06:38, kommentieren

Kann man mit der Bibel alles begründen?

Manchmal komme ich gar nicht mehr aus dem Staunen heraus, wenn ich die eine oder andere Stellungnahme frommer Vorzeigechristen lese. So stellt sich der afrikanische Kardinal Arinze hin und fordert die absolute Beachtung der 10 Gebote. Eine Relativierung, wie Kardinal Marx sie in Bezug auf wiederverheiratete Geschiedene vorgeschlagen habe, lehne er ab (hier).

„Die Zehn Gebote sind uns von Gott gegeben worden. Haben wir die Autorität zu sagen es sei ‚unrealistisch’ zu erwarten, dass die Menschen sie einhalten?“ Mit der vorgeschlagenen Argumentation könne man den Menschen erlauben, jedes Gebot Gottes zu missachten. Wenn man den zivilrechtlich wiederverheirateten Geschiedenen sagen könne, sie müssten das sechste Gebot nicht beachten, warum sollte man ähnliche Ausnahmen nicht bei den anderen Geboten zulassen, fragte der emeritierte Kurienkardinal.

Tja, ich frage mich tasächlich, weshalb die Kirche sich in der Frage der Todesstrafe in ihrer 2000-jährigen Geschichte nicht an das fünfte Gebote Gottes gehalten hat? Und warum werden die Hitlerattentäter bis heute verehrt? Was muss da in Kardinal Frings gefahren sein, als er in der Nachkriegszeit das Stehlen zum Überleben guthieß?!

Vielleicht macht die Unterscheidung zwischen Gebot und Verbot und die zwischen abstrakter Lehre und konkreter Lebenssituation ja doch Sinn? Doch Kardinal Arinze legt noch einen nach:

Christus habe jede mögliche Situation vorausgesehen, als er seine Gebote verkündet habe. Niemand dürfe sich für weiser als Jesus halten. „Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben", fuhr Kardinal Arinze fort.

Nun ist gerade Jesus einer, der sehr kreativ mit den 10 Geboten umgegangen ist. Weder ehrte er seine Familie in besonderem Maße (Mk 3,31-35), noch scherte er sich um die strengen Sabbatgebote (Mk 2,23-27); und auch die Ehebrecherin verweigerte er zu verurteilen (Joh 8,11). Er reduziert den ganzen Gesetzes- und Gebotswust auf eine einfach Formel: Liebe Gott und den Nächsten wie dich selbst. Basta.

Jesus als den großen Gesetzesbewahrer zu verkünden, ist schon eine ziemlich skurrile Geschichte. Doch das geht noch viel besser. Auf dem Blog Christliches Forum gelingt es, die Frohe Botschaft in ihr glattes Gegenteil zu verkehren. Die strammrechte Pegida- und AfD-Begeisterung zeitigt hier so langsam erste Früchte. Da bleibt kein Platz mehr für christliche Werte. Man traut seinen Augen nicht, aber das Folgende ist dort wirklich zu lesen.

"Die bisherigen kirchlichen Stellungnahmen zur Flüchtlingsfrage sind unbefriedigend, ja enttäuschend. Nicht ohne Grund ist die Klugheit die erste der Kardinaltugenden und sie muss unser moralisches Handeln leiten und bestimmen! Das gilt auch für die Nächstenliebe, die nicht mit der ‚Fernstenliebe“ und der heute auch in kirchlichen Kreisen so beliebten Einstellung zu verwechseln ist, gleich die ganze Menschheit retten zu wollen."

Man sollte doch so ehrlich sein und das Kreuz modifizieren, damit es vom christlichen unterschieden werden kann, es gibt doch gängige Alterantiven, so könnte man es auf den Kopf drehen oder einfach ein paar Winkel an den Enden anbringen...

30.10.15 15:36, kommentieren

Dachverband der Päpste kritisiert Positionspapier

Der Dachverband der papsttreuen Vereinigungen kritisiert das Positionspapier der deutschen Sprachgruppe (hier). So wird auch klar, was diese Superkatholiken als "papsttreu" verstehen, sie sind sich sozusagen selbst treu.

Ein einstimmig verabschiedetes Papier unter Mitwirkung des Präfekten der Glaubenskongregation, einer der in Fragen der Lehre engsten Mitarbeiter des Papstes, hat für das papsttreue Lehramt dieser Vereinigungen keine Bedeutung.

Sie werden jedoch in Zukunft das Problem bekommen, sich mit dem Papst selbst anlegen zu müssen, was möglicherweise zu Problemen im Selbstverständnis führen könnte. Sollte das ausblieben, sind sie wohl verloren...

2 Kommentare 24.10.15 11:27, kommentieren

Auch Bischöfe können Defekte haben

Bischof Voderholzer meint, intersexuelle Menschen als defektiv bezeichnen zu müssen. Eine Meinung, gegen die sich diese Menschen von jeher wehren. Deshalb halte ich derartige Äußerungen -gerade für einen Bischof- für defizitär!

23.10.15 16:40, kommentieren

Der Teufel wirkt kulturübergreifend

Im Rheinland gibt es den schönen Spruch: "Wer vom Teufel spricht, hat den Stätz schon in der Hand." Vielleicht findet sich jemand, der den Spruch für Kardinal Sarah übersetzt?

14.10.15 17:57, kommentieren

Wer hat die lange Nase?

Lügenpresse auf katholisch?

kath.net: USA: Papst Franziskus traf sich auch mit Kim Davis. Bleiben Sie stark!

FAZ: Papst distanziert sich von homophober Standesbeamtin

Was stimmt denn nu?

1 Kommentar 3.10.15 10:22, kommentieren