Balken und Splitter

Tragendes und Beladenes, Witziges und Spitzes; bohrende Gedanken zur Lehre eines Zimmermanns
 
 

kreuz.net

Geht doch!

Es bewegt sich etwas in der Blogözese! Während Geistbraus bei katholisches.info typische kreuz.net-Sprache diagnostiziert - übrigens auf eine sehr amüsante Weise - kritisiert der Herr Alipius die kath.net-Methoden im Falle Leinhäuser. Gut so!

15.6.14 10:41, kommentieren

Worauf es wirklich ankommt

Wenn man sich auf so manchem radikal-katholischen Blog, die Eigenbezeichnung ist romtreu, umschaut, dann kann man den Eindruck gewinnen, dass das apostolische Glaubensbekenntnis eigentlich umgeschrieben werden müsste. Es spielt offenbar nur noch eine marginale Rolle. Vater, Sohn, heiliger Geist, da scheinen sich alle Christen einig zu sein, kein Problem, das beten ja sogar die Protestanten mit. Ok, ein Wörtchen verändern sie dann doch, aber immerhin. Nein, um die so gedachte „romtreue Katholizität“ wirklich, wahrhaft und unmissverständlich zu dokumentieren, müssen ganz andere Positionen bekannt werden. Der trinitarische Gott und das Evangelium spielen da so gut wie keine Rolle, im Kern dreht sich alles um Sexualität. Und vor der propagierten Sexualmoral scheiden sich die wahren von den (Tauf-) Scheinkatholiken.

Zuerst einmal muss der Zölibat als göttlich-offenbarte Lebensform für alle Priester quasi dogmatisch bekannt werden. Keine Ahnung, weshalb dem Petrus dieses Offenbarungsgut verborgen geblieben ist, wenn er nach dem Zeugnis des ersten Briefs an die Korinther mit Ehefrau missionierte?! „Haben wir nicht das Recht, eine gläubige Frau mitzunehmen, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und wie Kephas?“ (1 Kor 9,5)

Im gleichen Atemzug muss bekannt werden, niemals über die Möglichkeit der Frauenordination auch nur theoretisch nachzudenken. Zum Glück für diesen Ansatz hat wenigstens das Johannesevangelium auch tatsächlich einen Mann unter das Kreuz gestellt, bei den Synoptikern sind die Jungs auf der Flucht zurück nach Galiläa und nur die Frauen folgen Jesus bis zuletzt unter das Kreuz nach. Doch selbst dieser Johannes kennt wie alle anderen Evangelisten ausschließlich Frauen am Grab und er macht Maria Magdalena zur apostola appostolorum, zur Apostelin der Apostel, wie Augustinus und Thomas von Aquin sie genannt haben, zur ersten Verkünderin der Auferstehung: „Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ (Joh 20,17)

Dann muss Gott wohl so gedacht werden, dass er gleichgeschlechtliche Liebe verurteilt, Menschen mit derartigen Empfindungen bürdet er unabhängig davon, ob er sie dafür gemacht hat oder nicht, ein Leben in Enthaltsamkeit auf. Paulus muss da auch etwas falsch verstanden haben, wenn er Liebenden empfiehlt: „Entzieht euch einander nicht, außer im gegenseitigen Einverständnis und nur eine Zeitlang, um für das Gebet frei zu sein. Dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht in Versuchung führt, wenn ihr euch nicht enthalten könnt.“ (1 Kor 7,5)

Ähnlich gnadenlos verfährt dieser Gott mit vergewaltigten Frauen. Eine zeitnahe Verhinderung eines von ihm auf diese Weise geplanten Lebens verurteilt er in aller Schärfe.

So könnte das Glaubensbekenntnis doch folgendermaßen lauten:

 

Ich glaube an Gott, der den Zölibat erschaffen hat.

Ich glaube an Jesus Christus, seinen Sohn, der nur von Männern verkündet werden darf.

Ich glaube an den heiligen Geist, der Homosexuellen und vergewaltigten Frauen die übermenschliche Kraft gibt, die ihnen von Gott entzogene Freiheit in Demut anzunehmen.

Und Amen.

30.1.13 09:45, kommentieren

Neues aus der Parawissenschaft

Der zuletzt als Experte für historische Jesusforschung gefeierte Parawissenschaftler Michael Hesemann sorgt wieder für Schlagzeilen. Diesmal reist er allerdings nicht in vergangene Zeiten oder mit dem Ufo in entfernte Galaxien, nein, aktuell ist er ganz in der Gegenwart beschäftigt.

So hat die  Zivilkammer des Landgerichts Hamburg entschieden, dass Hesemann nicht weiter behaupten darf, dass der Theologe David Berger, der mit der Aktion stoppt kreuz.net mit für die Abschaltung dieser Hetzseite sorgte, ehemals selber kreuz.net-Autor war.

Warum nur diese Wut über Berger und seinen Erfolg?! Warum freut er sich nicht darüber, dass ein ehemaliger Traditionalist zur Vernunft gekommen ist?! Oder vermisst Hesemann kreuz.net etwa?!

29.1.13 08:35, kommentieren

Wenn die Wahrheit sich Bahn bricht

Auf kath.net ist aktuell ein sehr interessanter Vorgang zu beobachten. Kommentator alexius wettert gegen das Netzwerk Katholischer Priester (NKP). Dem stand bis vor kurzem noch Pfarrer Jolie vor, dem der Bruno Gmünder Verlag eine aktive Mitarbeit bei kreuz.net nachweisen konnte, was zu dessen Rücktritt als Netzwerkssprecher führte.

Alexius wehrt sich im Kommentarbereich unter dem Gastkommentar von Tobias Wilhelm gegen den verharmlosenden Vergleich von Internetforen wie Spiegel online mit kreuz.net. „Es  tut mir leid, aber die totale und hinterhältige Hetzform des derzeit geschlossenen rechtsextremen Fundamentalistenportals kreuz.net halte ich für nicht vergleichbar. Dadurch wird sogar dieses Portal noch nachträglich verharmlost.“

Da kann man dem mutigen Kommentator wohl nur beipflichten! Dennoch verwundert es, dass ein derartiger Kommentar durch die strenge Zensur auf kath.net kommt. Berücksichtigt man die weiteren Worte alexius, verstärkt sich diese Verwunderung sogar noch: „Ich habe außerdem den schwerwiegenden Verdacht, daß Mitglieder des kirchenrechtlich nicht errichteten "Priesternetzwerk" interne (und extern-öffentliche) Diskussionen im Rahmen des kath.net-Angebotes direkt bei kreuz.net eingeliefert hatten, um Leute zu diskreditieren. Ich denke hier vor allem an die eigentümliche u. ungute nach außen jedenfalls so aufscheinende Koalition von kreuz.net und "Priesternetzwerk" bei der Torpedierung des Pfeiffer'schen Mißbrauchprojektes der Deutschen Bischofskonferenz.“

Folgt man den Links, die der Kommentator seinen Einlassungen hinzufügt, tun sich äußerst interessante Zusammenhänge auf. Verlinkt ist ein kath.net-Artikel aus dem Jahre 2011, in dem es um den Protest des Netzwerks Katholischer Priester gegen das Forschungsprojekt der Deutschen Bischofskonferenz im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen und die damit einhergehende Herausgabe von Personalakten geht. Im Kommentarbereich kann man die Auseinandersetzung zwischen alexius und Pfarrer Jolie verfolgen. Ersterer wirft dem Netzwerk unnötige Polemik gegen das Forschungsprojekt vor. Dabei kritisiert er auch, dass die Stellungnahme des NKP vollständig auf kreuz.net veröffentlicht wurde und fordert sehr unmissverständlich dazu auf, sich von kreuz.net zu distanzieren.

„Im übrigen halte ich es für eine katastrophale Optik, daß die Aussendung des Netzwerkes auch voll und ganz auf dem von Kardinal Meisner endlich klar kritisierten Anonymportal nachzulesen ist. Das Netzwerk sollte sich dagegen wehren und dem Portal mitteilen, daß dies unerwünscht = kontraproduktiv is[t]“

Jolie sieht dafür überhaupt keine Veranlassung, weil doch auch der Papst sich nicht von kreuz.net distanziere, obwohl doch seine Texte dort veröffentlicht würden; „ich verstehe vor allem nicht, wieso sie uns mit kreuz.net in verbindung bringen. wird der heilige vater auch diskreditiert, weil seine ansprachen dort abgeschrieben werden? von welcher qualität ist dieses argument?“

Doch alexius gibt nicht nach: „Ich kritisiere außerdem auch weiterhin entschieden, daß das "Netzwerk" offenbar immer noch nicht an das anonyme Portal eine Protestnote geschrieben hat, um weitere ständige Übernahmen von Aussendungen abzudrucken als Hauptartikel. Solange dieser Protest des "Priesternetzwerk" nicht erfolgt, brauchen wir nicht weiterzudiskutieren.“

Dass er dafür knallrote Balken und keine Unterstützung von den Mitkommentatoren bekommt, liegt auf der Hand und führt zu Jolies abschließender Bemerkung; „ich danke allen, die in ihren kommentaren für die freiheit der meinung und für die sachlichkeit der diskussion eingetreten sind, während andere schlummerten

Auch unter dem aktuellen Artikel leuchten alexius Balken durchweg rot, weil er den Finger immer wieder in die Wunde legt: „Das war vor mehr als einem Jahr ... vielleicht ist es jetzt noch klarer, warum ich viele nachträgliche Distanzierungen vom unsäglichen kreuz.net nicht ernstnehmen kann.“ Wie Recht er damit nur hat, die Distanzierungen auf kath.net wirken vor dem Hintergrund dieser Zusammenhänge doch sehr wenig überzeugend. Das NKP wird trotz weiterer Verdachtsmomente durchweg verteidigt, jeder Kritik mit roten Balken begegnet.

Nun stellt sich immer noch die Frage, weshalb die Kommentare von alexius überhaupt frei geschaltet werden, sind sie doch für kath.net nicht gerade angenehm, wie auch Fels bemerkt: „Darf ich fragen, woher Sie so überzeugt behaupten können, dass man von Seiten des PNW Ihrem Stammbucheintrag nicht entsprochen hat?

 Vielleicht melden Sie sich bei Ihrem Mitbruder, und klären die Sache mit ihm, anstatt hier in aller Öffentlichkeit Ihre "schwerwiegenden" Verdächtigungen kundzutun.

 M. E. tuen Sie damit niemandem etwas Gutes und auch der Sache um +net im Ganzen nicht. Darum künmmert sich jetzt ohnehin die Staatsanwaltschaft.“

Da alexius mit einem persönlichen Photo kommentiert, ist es nicht schwer, seine Identität herauszufinden, zumal er kein Unbekannter in der katholischen Onlinewelt ist. Auf seiner Internetpfarrei erhält man dann auch weitere Informationen zu den Zusammenhängen und Hintergründen, ist er doch von rechtskatholischen Kräften im Zusammenhang mit der Causa David Berger verleumdet worden. Als Vizeoffizial sowie Kirchenrektor im Bistum Eichstätt ist er allerdings eine Autorität, der man auf kath.net nicht so einfach den Hahn abdrehen kann. Manchmal zeigen sich dann doch die Vorzüge des katholischen Systems!

13.12.12 06:34, kommentieren

Apropos Widerspruch

Da veröffentlicht kath.net heute einen Text von Tobias Wilhelm, in dem es heißt: „Wenn Gläubige medial ohne jeden Beleg in die Nähe von Extremisten gerückt werden, ist das unjournalistisch und fahrlässig. Für virtuelle Claqueure offenbar ein Freibrief, um auf redaktionell kontrollierten (!) Internetforen à la »Spiegel online« ungeniert die Kirche zu diffamieren - anonyme Hetze übelster Sorte. Ganz wie bei »kreuz.net« - nur ohne Aufschrei.“

Damit stellt man sich selbst ein Armutszeugnis aus. Der weiße Zauberer und Oberzensor Gandalf scheint sich auf diese Weise darüber zu beschweren, dass auf anderen Portalen nicht zensiert wird und so eine anonyme Hetze zugelassen wird. 

Dabei könnte man die Aussage doch ganz leicht auf kath.net anwenden:

Wenn liberale oder homosexuelle [man beachte das Video von Pfarrer Sieberer, der auch zu den in den Medien erwähnten kreuz.net-Verdächtigen zählt!!] Katholiken medial ohne jeden Beleg in die Nähe von antirömischen Kirchenzerstörern gerückt werden, ist das unjournalistisch und fahrlässig. Für virtuelle Claqueure offenbar ein Freibrief, um auf redaktionell kontrollierten (!) Internetforen à la „kath.net“ ungeniert diese Menschen zu diffamieren – anonyme Hetze übelster Sorte. Ganz wie bei »kreuz.net« - nur ohne Aufschrei.

Den abschließenden Vergleich könnte man noch präzisieren: Ähnlich wie bei »kreuz.net« - nur mit Zensur.

11.12.12 19:39, kommentieren

Auf den Punkt gebracht

Kardinal Lehmann zeigt in der Causa Jolie noch einmal Größe. Er bedankt sich beim Bruno Gmünder Verlag und zeigt sich beschämt, weil es der Kirche nicht gelungen war, die Abschaltung des Portals zu erreichen.

„Wir haben es leider mit unseren eigenen Mitteln nicht geschafft. Darum danken wir allen, die zur Klärung beigetragen haben, auch wenn sie nicht Freunde der Kirche sind.“

Vielleicht hilft ja ein solch versönlicher Umgangston, dass die Kirche bei diesen Menschen wieder ein besseres Ansehen bekommt?! Und vielleicht ist auch die abschließende Kritik Lehmanns an durchaus grenzwertigen Methoden und Verallgemeinerungen bei der Verfolgung der kreuz.net-Macher eine Diskussion wert?

„Es herrscht stark der Eindruck vor, dass man auf jeden Fall einen Sündenbock finden musste. Man ist dabei nicht immer zimperlich mit der Wahreit umgegangen. Das beklagenswerte Verhalten nur weniger wurde mit einem großflächigen Sumpf gleichgesetzt. Die ganze Kirche sei verlottert.“

Wir brauchen mehr Bischöfe von diesem Kaliber!

2 Kommentare 4.12.12 22:06, kommentieren

Pünktlich zur Adventszeit ist kreuz.net offline

Dafür gebührt David Berger und Stoppt kreuz.net ein riesen Dank!!!

3 Kommentare 2.12.12 19:27, kommentieren